Personenzüge stehen im Bahnhof Wismar. | dpa

Sturm über Norddeutschland Bahnverkehr wird sukzessive eingestellt

Stand: 18.02.2022 14:58 Uhr

Das Sturmtief "Zeynep" soll am Nachmittag auf Norddeutschland treffen. Die Bahn hat deshalb angekündigt, den Regional- und Fernverkehr nach und nach einzustellen. Tickets können kostenfrei storniert werden.

Die Deutsche Bahn stoppt wegen des heraufziehenden Orkantiefs "Zeynep" sukzessive ihren Fern- und Regionalverkehr in der Nordhälfte Deutschlands sowie in Teilen Nordrhein-Westfalens. Der Stopp des Regionalverkehrs betrifft laut Bahn Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Teile Nordrhein-Westfalens.

Die Einstellungen im Regionalverkehr erfolgten "im Laufe des Tages", sagte der Sprecher. In Nordrhein-Westfalen wird der Betrieb diverser Regional- und S-Bahn-Linien seit 14 Uhr stufenweise eingestellt.

Die Hamburger Hochbahn kündigte an, ab voraussichtlich 15.00 Uhr im gesamten U-Bahn-Netz auf langsamere Fahrt umzustellen. Fahrplanabweichungen seien dadurch möglich.

Starke Beeinträchtigungen im Fernverkehr

Im Fernverkehr verkehren ab dem Nachmittag bis Tagesende keine Züge mehr nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin. Auch auf der Ost-West-Strecke zwischen Köln über Hannover nach Berlin soll der ICE- und IC-Verkehr den Angaben zufolge eingestellt werden. Auch auf Strecke zwischen Berlin über Frankfurt am Main bis Amsterdam sollten der Bahn zufolge den gesamten Freitag über keine ICE- oder IC-Züge mehr verkehren.

Kostenfreie Stornierung der Tickets möglich

Der Sprecher sprach von "gravierenden" Unwetterwarnungen. Der Stopp erfolge aus Sicherheitsgründen aufgrund der Erfahrungen mit früheren vergleichbaren Extremwetterlagen. Es sei besser, Züge in den Bahnhöfen zurückzuhalten als Nothalte auf freien Strecken zu riskieren. Dort könnten gestrandete Passagiere sehr viel schlechter betreut werden.

Die Bahn riet allen Kunden dazu, ihre Fahrten möglichst vorzuziehen oder ganz zu verschieben. Sollte dies nicht möglich sein, sollten sich Passagiere unbedingt laufend über das aktuelle Unwetter- und Verkehrsgeschehen informieren, sagte der Sprecher. Die Fahrplanauskunft werde ständig aktualisiert.

Fahrgäste können ihre für den Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag gebuchten Fahrkarten bis zum 27. Februar flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren, wenn sie Reisen wegen des Sturms verschieben.

Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h

Schwerpunkt des Orkans "Zeynep" ist vom Nachmittag bis Samstagfrüh die Nordhälfte und die Mitte Deutschlands, sagen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) voraus. Betroffen seien Teile der Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Sachsen.

An der Nordseeküste werden demnach Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde erwartet. In der zweiten Nachthälfte trifft "Zeynep" auf die Ostseeküste und lässt dann allmählich nach. "Damit ist die Unwettergefahr erst einmal gebannt", sagte ein DWD-Meteorologe. Trotzdem bleibt es laut DWD aber mindestens bis zum Montag in Deutschland stürmisch.

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Sturmtief "Ylenia" zieht über Deutschland

Feuerwehr rät zu Vorsichtsmaßnahmen

Um Schäden und Unfälle durch den herannahenden Sturm zu vermeiden, sollten Bürgerinnen und Bürger entsprechende Vorbereitungen treffen, sagte Christopher Rehnert, Leiter der Feuerwehr Lüdenscheid, im Morgenmagazin von ARD und ZDF. "Alles, was auf der Terrasse ist, was nicht niet- und nagelfest ist, am besten reinholen, in die Garage stellen."

Blumenkästen oder andere Gegenstände sollten von Balkonen entfernt werden. Von Spaziergängen rät Rehnert derzeit ab. Vor allem sollte man nach einem heftigen Sturm Ausflüge in den Wald meiden, da dort abgebrochene Äste herunterfallen könnten. "Die Stunden und die Tage danach können immer noch gefährlich sein."

VW-Werk in Emden setzt Produktion aus

Das Orkantief hat auch Auswirkungen auf die Produktion im Emder Werk von Volkswagen. Diese wird vorerst ausgesetzt. Eine VW-Sprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Emder Zeitung". Demnach fielen die Spät- und die Nachtschicht am Freitag aus. Am Samstag sollte zudem die Frühschicht mit der Arbeit etwas später beginnen. Die Beschäftigten wurden aufgerufen, zuhause zu bleiben. Es gehe darum, die Beschäftigten von ihrem Weg von und zum Werk vor dem Unwetter zu schützen, so die Sprecherin.

Seit Mittwochabend hatte Orkantief "Ylenia" zu Tausenden Einsätzen geführt. Mindestens drei Autofahrer in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt starben bei wetterbedingten Unfällen - zwei wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. Ein dritter starb, als sein Anhänger im Sturm auf die Gegenfahrbahn geriet und es dabei zu einem Unfall kam.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. Februar 2022 um 13:00 Uhr.