In Münster ist ein Baum auf die Schienen gefallen. | Bildquelle: dpa

Sturm über Deutschland Todesopfer durch "Friederike" - Bahnverkehr eingestellt

Stand: 18.01.2018 15:57 Uhr

Orkan "Friederike" hat den Westen Deutschlands mit voller Wucht getroffen. Ein Mensch wurde getötet, mehrere verletzt. Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr in ganz Deutschland eingestellt.

Mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 130 Stundenkilometern ist der Orkan "Friederike" über weite Teile Deutschlands hinweggefegt. Besonders stark betroffen war das westliche Nordrhein-Westfalen, das nördliche Ruhrgebiet und das Münsterland.

In Emmerich wurde ein 59-Jähriger Mann auf einem Campingplatz am Rhein von einem Baum erschlagen. Er sei sofort tot gewesen, teilte die Polizei mit. Zuvor war bereits in Belgien eine Autofahrerin von einem umfallenden Baum erschlagen worden.

Bahnverkehr großflächig eingestellt

DB Personenverkehr @DB_Bahn
Zur Sicherheit unserer Fahrgäste wird der Fernverkehr bundesweit für den Rest des Tages eingestellt. Weitere Infos finden Sie unter: https://t.co/HS2BmEAV6H #Friederike

Wegen der Sturmschäden hat die Deutsche Bahn den Fernverkehr in ganz Deutschland eingestellt. Zuvor war der Zugverkehr in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vollständig zum Erliegen gekommen. Auch am Freitag werde es weiter "erhebliche Probleme" im Verkehrsablauf geben, sagte ein Bahnsprecherin. An Reisende würden Hotel- und Taxigutscheine ausgeteilt.

Auch der Flugbetrieb wurde durch "Friederike" beeinträchtigt. Der Flughafen Köln/Bonn und der internationale Flughafen Schiphol in Amsterdam stellten vorübergehend ihren Betrieb ein. Das Terminal des Paderborner Flughafens musste evakuiert werden, weil das Dach abzuheben drohte.

Bei Ibbenbüren musste die Autobahn A30 wegen eines Schadens an einer Hochspannungsleitung komplett gesperrt werden, ebenfalls gesperrt waren zeitweise die Autobahnen A3, A4 und A59.

Sturmtief "Friederike" fegt über Deutschland
tagesschau24 15:00 Uhr, 18.01.2018, Antraud Cordes-Strehle, WDR

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Verletzte durch umstürzende Bäume

In Ratingen wurde eine Frau von einem umstürzenden Baum erfasst und eingeklemmt. Fast zeitgleich wurden im Kreis Heinsberg zwei Fußgänger von einem Baum getroffen. Sie mussten von der Feuerwehr befreit werden und wurden schwer verletzt. Auch in Dortmund stürzte ein Baum auf einen Menschen. Die Feuerwehr konnte den Verletzten bergen.

In Hamburg wurde ein 17 Jahre alter Schüler lebensgefährlich verletzt, als ihn ein Ast mit etwa 30 Zentimetern Durchmesser im Stadtteil Winterhude am Kopf traf. Der Ast sei aufgrund von Schneelast in zehn Metern Höhe abgebrochen, meldete die Polizei.

Zehntausende ohne Strom

In vielen Städten Nordrhein-Westfalens schlossen Zoos, Märkte und Schulen. Tausende Eltern mussten ihre Kinder vorzeitig abholen. Bis zu 100.000 Menschen mussten zeitweise ohne Strom auskommen. Die Feuerwehr rückte zu Hunderten Einsätzen aus.

Inzwischen hat sich der Sturm abgeschwächt. Der Deutsche Wetterdienst erwartet, dass sich die Lage weiter beruhigt. Für das Wochenende kündigen die Meteorologen eine Abkühlung und neue Schneefälle an.

Jan Hofer, WDR, aus Weeze in Nordrhein-Westfalen
tagesschau 12:00 Uhr, 18.01.2018

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Arnim Stauth, ARD Brüssel, zum Sturmtief über Europa
tagesschau24 14:00 Uhr, 18.01.2018

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau u.a. am 18. Januar 2018 um 12:00 Uhr und um 14:00 Uhr.

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