Einsatzkräfte der Feuerwehr pumpen das Wasser vom Hof einer Autowerkstatt ab. | dpa

Sturmtief "Antonia" Erneute Sturmnacht in Deutschland

Stand: 21.02.2022 11:10 Uhr

Mit "Antonia" erlebte Deutschland die dritte Sturmnacht innerhalb weniger Tage. Insgesamt hinterließ "Antonia" jedoch weniger Schäden als befürchtet. Und auch die Wetteraussichten machen Hoffnung.

Die Serie heftiger Stürme über weiten Teilen Deutschlands ist in der Nacht weitergegangen. Diesmal sorgt "Antonia" für schwere Sturmböen, nachdem in den vergangenen Tagen bereits durch die Orkantiefs "Ylenia" und "Zeynep" reihenweise Bäume umgestürzt und Gebäude beschädigt worden waren.

Für etliche Regionen von der Ostseeküste bis zum Alpenrand war die Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes in der Nacht auf Montag orange bis rot eingefärbt - dort bestanden Unwetterwarnungen vor Sturm- und Orkanböen.

Umgekippte Lastwagen und beschädigte Häuser

Vor allem über Baden-Württemberg fegten schwere Böen von bis zu 100 Stundenkilometern im Flachland hinweg. Auf dem Feldberg gar mit einer Geschwindigkeit von bis zu 149 Stundenkilometern.

Auf der Fehmarnsundbrücke in Schleswig-Holstein kippte durch den starken Wind ein Lastwagen um. Die Brücke war am frühen Morgen in beide Richtungen voll gesperrt. Am Vormittag soll die Sperrung vermutlich wieder aufgehoben werden. Der Lkw-Fahrer sei unverletzt geblieben. Die Brücke verbindet die Ostseeinsel Fehmarn mit dem Festland.

In Nordrhein-Westfalen zerstörten heftige Böen Hausdächer und beschädigten Autos. In Herdecke südlich von Dortmund flog das Dach eines Mehrfamilienhauses davon und landete auf einem anderen Dach. Auch das zweite Dach wurde demnach massiv beschädigt. Verletzt wurde dabei niemand. Andernorts kippten Bäume infolge des Sturms um. Dabei seien Autodächer beschädigt worden. Insgesamt "Antonia" in Nordrhein-Westfalen in der Nacht jedoch zunächst deutlich weniger Schäden als befürchtet.

Bahn warnt vor Zugausfällen und Verspätungen

Bahnreisende müssen im Norden weiter viel Geduld und Zeit mitbringen. Störungen im Bahnverkehr gibt es ebenfalls in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. "Aufgrund von Unwetterschäden kommt es auch am Montag in Teilen Deutschlands zu Verspätungen und Zugausfällen im Bahnverkehr", teilte die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite mit. Demzufolge fahren keine Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Rostock/Stralsund, Berlin und Rostock/Stralsund sowie zwischen Norddeich Mole/Emden und Köln. Zudem müsse auf den übrigen Zügen des Fernverkehrs mit einer sehr hohen Auslastung gerechnet werden.

Auch der Regionalverkehr im Norden war am Montag weiterhin weit vom Normalfahrplan entfernt. So sollte es auf den Strecken bis mindestens Montagnachmittag Beeinträchtigungen geben. Viele Züge waren mit geringerer Geschwindigkeit unterwegs. Auf einigen Strecken konnten Züge wegen vorangegangener Erkundungsfahrten erst später oder gar nicht starten.

Die Deutsche Bahn bat ihre Fahrgäste, sich zu informieren, ob die geplante Fahrt möglich sei. Dies gelte insbesondere für Pendler im Berufsverkehr. Wer könne, solle die Reise verschieben. Nach Angaben der Bahn sind nach den zurückliegenden Sturmtagen zwischenzeitlich insgesamt mehr als 6000 Kilometer des Streckennetzes nicht befahrbar.

Auch Fährverkehr teilweise eingestellt

Behinderungen gibt es nicht nur auf der Schiene, sondern zum Beispiel für Schiffsreisende auf der Ostsee zwischen Rostock und Dänemark. Wie die Fährreederei Scandlines mitteilte, sind die Fahrten zwischen Rostock und dem dänischen Hafen Gedser bis zum Mittag abgesagt.

Unwetterwarnungen aufgehoben

Ein Ende der Sturm-Serie über weiten Teilen Deutschlands ist aber in Sicht. Der Deutsche Wetterdienst hob seine offiziellen Unwetterwarnungen vor orkanartigen Böen oder Orkanböen für Deutschland auf. "Es wird jedoch weiterhin vor Sturmböen, teils auch schweren Sturmböen in weiten Teilen Deutschlands gewarnt", teilte der DWD mit. "Zudem bestehen nur noch für wenige exponierte Gipfellagen Warnungen vor Orkanböen." Die Kaltfront von Sturmtief "Antonia" habe Deutschland südostwärts überquert. Dahinter bleibe es aber weiterhin sehr windig bis stürmisch, hieß es. Gegen Abend lasse der Wind deutlich nach.

Der Wind werde diese Woche zwar weiter Thema bleiben, so ein DWD-Meteorologe. "Allerdings wird das eine ganz andere Hausnummer als das, was wir in diesen Tagen erleben".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Februar 2022 um 17:45 Uhr.