Eine Frau geht mit Reisekoffern an einer Warteschlange in der Abflughalle vorbei | Bildquelle: dpa

Studie über Auswanderer Karrieresprung ins Ausland

Stand: 04.12.2019 15:08 Uhr

Mehr Geld, bessere Berufsaussichten: Die meisten deutschen Auswanderer gehen wegen ihres Jobs ins Ausland. Vor allem Akademiker zieht es in die Ferne. Das beliebteste Ziel liegt allerdings gleich nebenan.

Deutsche Auswanderer sind überwiegend Akademiker. Das geht aus einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervor. Demnach haben 76 Prozent von ihnen einen Hochschulabschluss. Die Mehrheit ist zwischen 20 und 40 Jahre alt.

Ein Großteil der Befragten wanderte laut der Studie aus beruflichen Gründen aus. "Häufig geht es um den nächsten Karriereschritt", sagte der Politologe Andreas Ette bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin.

Vor- und Nachteile des Auswanderns

Für die meisten habe sich das auch finanziell ausgezahlt. "Über 60 Prozent der Befragten gaben an, ihr Nettohaushaltseinkommen im Ausland sei im Vergleich zu ihrem Gehalt ein Jahr zuvor 'besser' oder 'viel besser'", erklärte Ette. Allerdings gebe es auch negative Folgen: So hätten sich für 40 Prozent der Auswanderer die sozialen Kontakte im Ausland leicht verschlechtert.

Etwa vier Millionen Deutsche leben dem Bundesinstitut zufolge derzeit im Ausland. Jedes Jahr verließen durchschnittlich 180.000 deutsche Staatsbürger das Land. Im gleichen Zeitraum kehrten etwa 130.000 zurück. Ein dauerhafter Verlust von Fachkräften, ein sogenannter "Brain-Drain", drohe also nicht. Die Studie zeige, dass Auslandsaufenthalte meist nur für einige Jahre erfolgen und zeitlich befristet sind. 

Besonders beliebt: die Schweiz

In den vergangenen zehn Jahren war das mit Abstand beliebteste Zielland deutscher Auswanderer die Schweiz. Fast 200.000 zog es in das Nachbarland. In die USA gingen 127.000, nach Österreich 108.000 und nach Großbritannien 82.000 Personen.

Das Wiesbadener Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung arbeitete für die Studie mit Soziologen der Universität Duisburg-Essen zusammen. Befragt wurden mehr als 10.000 deutsche Staatsbürger im Alter zwischen 20 und 70 Jahren, die zwischen Juli 2017 und Juni 2018 ins Ausland gezogen oder aus dem Ausland nach Deutschland zurückgekehrt sind.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 04. Dezember 2019 um 18:03 Uhr in der Sendung "Update".

Darstellung: