Steckdose | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Unbezahlte Rechnungen Zahl der Stromsperren steigt

Stand: 10.11.2018 15:16 Uhr

Wer bei seinem Stromanbieter mit mindestens 100 Euro in Zahlungsverzug ist, muss damit rechnen, dass ihm der Strom abgestellt wird. Die Zahl dieser Stromsperren ist im vergangenen Jahr gestiegen.

Wegen unbezahlter Rechnungen ist im vergangenen Jahr fast 344.000 Haushalten in Deutschland der Strom zeitweise abgestellt worden. Das waren etwa 14.000 Stromsperren mehr als 2016, wie aus dem Entwurf des neuen Monitoring-Berichts der Bundesnetzagentur zum Strommarkt hervorgeht.

Die meisten Sperren gab es mit rund 98.000 in Nordrhein-Westfalen. Der Berichtsentwurf liegt der Nachrichtenagentur dpa vor.

4,8 Millionen säumige Zahler

Die Versorger drohten im vergangenen Jahr gut 4,8 Millionen säumigen Zahlern eine Stromsperre an. Gut sieben Prozent von ihnen wurde der Strom dann tatsächlich abgestellt. "Es besteht die Vermutung, dass eine Sperrandrohung in vielen Fällen zu einer Zahlung führt", heißt es in dem Bericht. Außerdem wird auf den hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand verwiesen, wenn eine Sperre vor Gericht durchgesetzt werden muss.

Die Stromversorgung darf der Versorger erst unterbrechen, wenn der Kunde mit mindestens 100 Euro in Zahlungsverzug ist und nachdem er eine Mahnung mit der Androhung einer Sperrung erhalten hat. Bevor der Strom tatsächlich abgestellt wird, muss der Versorger dem Verbraucher eine entsprechende Ankündigung zustellen und ihm eine letzte Gelegenheit zur Zahlung geben.

Sowohl die Mahnung als auch die Sperrung und die Entsperrung eines Stromanschlusses kosten zusätzliche Gebühren.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. November 2018 um 09:43 Uhr.

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