Hochspannungsleitungen | Bildquelle: dpa

BSI dementiert Bericht Mehr Störungen, aber nicht mehr Hackerangriffe

Stand: 17.02.2019 14:08 Uhr

Der große Blackout ist immer noch Theorie. Die "Welt am Sonntag" schreibt allerdings, Wasser- und Stromnetze seien deutlich häufiger Ziele von Hackerangriffen. Das hat das BSI nun dementiert.

Von Bettina Nutz, ARD-Hauptstadtstudio

Fast 160 Störungen sind dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik allein im zweiten Halbjahr 2018 gemeldet worden. Von Stromversorgern und anderen so genannten kritischen Infrastrukturen. Dazu gehören auch Wasserwerke, öffentliche Verwaltungen oder Handynetze. Das seien deutlich mehr als im gesamten Jahr zuvor.

Keine gezielten Hacker-Angriffe

Doch man könne daraus keine Rückschlüsse auf gezielte Angriffe von Hackern ziehen, sagt ein Sprecher des Bundesamtes und widerspricht einem Bericht der "Welt am Sonntag". Es handele sich dabei um alle möglichen Störungen, wie zum Beispiel den Ausfall der Telefonanlage oder ein Serverproblem. Außerdem seien die Unternehmen problembewusster, heißt auch meldefreudiger, geworden.

Hohe Dunkelziffer

Zur Zahl der eigentlichen Cyber-Attacken äußert sich das Bundesamt nicht. Es fügt aber hinzu, dass es neben den offiziellen Zahlen eine hohe Dunkelziffer gebe. Der Grund: Cyberattacken müssen nur Versorger ab einer bestimmten Größe und Zuständigkeit melden. Kleinere Kliniken oder beispielsweise Nahverkehrsbetriebe sind nicht dazu verpflichtet.

Darüber hinaus gebe es viele Unternehmen, die aus Image-Gründen kriminelles Eindringen in ihre IT-Systeme lieber unter der Decke hielten. Das Bundesamt sieht auch eine neue Qualität der Online-Attacken. Zwar gehe es immer noch hauptsächlich um Spionage, aber Sabotage spiele eine immer größer Rolle.

BSI widerspricht WAMS: Störmeldungen im Stromnetz nicht gleich Hackerangriffe
Bettina Nutz, ARD Berlin
17.02.2019 13:20 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Februar 2019 um 13:00 Uhr.

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