Streik-Westen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hängen an einer Leine. | dpa

Öffentlicher Dienst ver.di kündigt Streiks der Länder an

Stand: 02.11.2021 15:33 Uhr

Die Gewerkschaft ver.di hat Streiks im öffentlichen Dienst angekündigt. Der Schwerpunkt solle in den Gesundheitseinrichtungen liegen, sagte ver.di-Chef Werneke. Zuvor war die zweite Verhandlungsrunde gescheitert.

Schulen, Kitas, Ämter: Die Menschen in Deutschland müssen sich auf Streiks im öffentlichen Dienst einstellen. Das kündigte die Gewerkschaft ver.di nach der ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde für die mehr als eine Million Tarifbeschäftigten der Länder an.

"Wir verplempern doch nicht tagelang unsere Zeit, um zu sämtlichen Forderungen der Beschäftigten ein stoisches Nein der Arbeitgeberseite zu hören", sagte ver.di-Chef Frank Werneke.

Schwerpunkt in Gesundheitseinrichtungen

Als trauriger Höhepunkt sei zudem kein Angebot vorgelegt worden. Die Gewerkschaften des öffentlichen Diensts seien deshalb gezwungen, den Arbeitskampf bis zur dritten Tarifrunde Ende November zu steigern, um den Druck auf einen Tarifabschluss zu erhöhen.

"Wer Streiks provoziert, darf sich nicht wundern, wenn er sie bekommt", sagte Werneke. "Die Verantwortung für die Folgen der kommenden Streiks trägt allein die Tarifgemeinschaft deutscher Länder." Der Schwerpunkt des Streiks solle demnach in den Gesundheitseinrichtungen der Länder liegen. Hessen ist von den Streiks nicht betroffen.

Zeitpunkt des Streiks noch unklar

Der Vorsitzende des Beamtenbunds dbb, Ulrich Silberbach, sagte zum Abschluss der zweitägigen zweiten Runde: "Das waren zwei verlorene Tage und wenn die Finanzminister der Länder so weiter machen, fahren sie die Verhandlungen komplett vor die Wand."

Wo und wann Beschäftigte ihre Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft zunächst nicht mit. Vor dem bisher letzten Länder-Tarifabschluss waren vor zwei Jahren etwa Schulen, Berufsschulen, Landeskliniken, Kitas und Ämter mit Warnstreiks teils lahmgelegt worden.

Fünf Prozent mehr Lohn gefordert

Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder eine Einkommenserhöhung um fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Beschäftigte des Gesundheitswesens sollen monatlich 300 Euro mehr erhalten. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro angehoben werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. November 2021 um 23:41 Uhr.