Studenten im Hörsaal

Fragen und Antworten Wer hat die Chance auf ein Deutschlandstipendium?

Stand: 01.02.2011 14:43 Uhr

Das Deutschlandstipendium startete zum Sommersemester 2011 an deutschen Hochschulen. Es fördert mit 300 Euro monatlich Studierende, die besonders gute Leistungen und soziales Engagement nachweisen können. Wer sich bewerben kann und wie das Verfahren läuft - eine Übersicht.

Wer kann sich für das Stipendium bewerben?

Die Vergabe ist unabhängig vom Einkommen der Eltern oder des Studenten, wird aber nur an Bewerber mit herausragenden Leistungen vergeben. Entscheidend sind dabei unter anderem die Noten in Studium oder Schule. Auch Fachpreise oder Auszeichnungen bei Wettbewerben wie "Jugend forscht" können berücksichtigt werden. Zudem spielen Kriterien wie Engagement in einem Verein, die Erziehung eigener Kinder oder die Pflege von Angehörigen bei der Auswahl eine Rolle.

Wie hoch ist das Stipendium?

Studierende werden mit 300 Euro monatlich gefördert. Die Hälfte des Geldes stellt der Bund zur Verfügung. Die andere Hälfte kommt von privaten Stiftern.

Wie sieht das Bewerbungsverfahren aus?

Kandidaten und Kandidatinnen bewerben sich für das Stipendium an ihrer jeweiligen Hochschule. Studienanfänger beantragen das Stipendium an der Universität, an der sie studieren werden. Eine Auswahlkommission der einzelnen Hochschule entscheidet darüber, wer die Förderung erhält.

Die einzelnen Hochschulen geben auch bekannt, wie viele Stipendien sie in welchen Studiengängen vergeben. Ein Drittel der Stipendien an jeder Hochschule sind aber nicht an bestimmte Fächer gebunden.

Wie lange wird das Stipendium gezahlt?

Mindestens zwei Semester und höchstens bis zum Ende der Regelstudienzeit.

Sind weitere Förderungen neben dem Stipendium möglich?

Das Deutschlandstipendium wird zusätzlich zu BAföG-Leistungen gezahlt. Wer allerdings schon eine begabungs- und leistungsabhängige Förderung von mehr als 30 Euro pro Monat erhält, kann das Stipendium nicht bekommen. Das trifft zum Beispiel auf Stipendiaten der Begabtenförderungswerke zu.

Was passiert mit dem BAföG-Nachlass für Abschlussbeste?

Der fällt weg. Wer nach dem 31. Dezember 2012 sein Studium erfolgreich beendet, bekommt demnach keinen Nachlass mehr für gute Leistungen und einen vorzeitigen Abschluss. Diese Neuregelung ist im Paragraf 18 des im Oktober 2011 novellierten BAföG-Gesetzes enthalten. Früher erhielten die 30 Prozent Besten eines Abschlussjahrgangs einen Nachlass von bis zu 25 Prozent auf ihre Rückzahlungen. Wer seine Ausbildung vier Monate vor Ende der Förderungshöchstdauer beendete, erhielt einen Nachlass von 2650 Euro.

Wie viele Studenten sollen gefördert werden?

Im ersten Jahr sollten bis zu 10.000 Studierende ein Stipendium erhalten. Mittelfristig ist geplant, dass bis zu acht Prozent aller Studierenden Unterstützung bekommen. Das wären etwa 160.000 junge Menschen. Die Zahl der Stipendiaten an den einzelnen Hochschulen wird sehr unterschiedlich sein.