Eine Frau zieht eine Dosis des Impfstoffes von BioNTech/Pfizer für eine Corona-Impfung auf (Archivbild). | dpa

Empfehlung der STIKO Zweiter Booster schon ab 60 Jahren

Stand: 18.08.2022 16:47 Uhr

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine zweite Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus ab 60 Jahren. Dadurch sollten besonders gefährdete Menschen noch besser vor schweren Erkrankungen geschützt und Todesfälle vermieden werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt nun offiziell eine zweite Corona-Auffrischimpfung auch für Menschen ab 60 Jahren. Menschen in dieser Altersgruppe und im Alter ab fünf Jahren mit einem erhöhten Risiko für schwere Covid-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung sollten einen weiteren Booster erhalten, hieß es in einer Mitteilung des Gremiums zur Aktualisierung der Impfempfehlung.

Die STIKO erweitere ihre bisherige Empfehlung "mit dem primären Ziel, besonders gefährdete Personen noch besser vor schweren Covid-19-Erkrankungen und Covid-19-bedingten Todesfällen zu schützen". Angeraten sei der weitere Booster, vorzugsweise mit einem mRNA-Impfstoff, nach "drei immunologischen Ereignissen" - etwa nach Grundimmunisierung und erster Auffrischimpfung oder Grundimmunisierung und Sars-CoV-2-Infektion.

Bedingung für die Auffrischimpfung ab 60 sei im Regelfall, dass die erste Booster-Impfung oder die letzte Corona-Infektion mindestens sechs Monate her sei. Nur in begründeten Einzelfällen könne der Abstand auf vier Monate reduziert werden, so die STIKO.

Bislang ab 70 Jahren empfohlen

Bislang hatte die STIKO den zweiten Booster nur Menschen über 70 Jahren, Menschen in Pflegeeinrichtungen, Menschen mit Immunschwäche und erhöhtem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe ab fünf Jahren sowie Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen empfohlen.

In der aktualisierten STIKO-Empfehlung spricht sich das Gremium auch für den Einsatz des Proteinimpfstoffs von Novavax zur Grundimmunisierung für Jugendliche ab 12 aus - bislang war er erst ab 18 empfohlen. Geimpft werden solle mit zwei Dosen im Abstand von mindestens drei Wochen. Zudem empfiehlt die STIKO besonderen Gruppen ab 12 Jahren zusätzlich zur Impfung nun das Antikörper-Präparat Evusheld als Präventionsmaßnahme. Es besteht aus zwei Sars-CoV-2-neutralisierenden Antikörpern.

Nicht auf neue Impfstoffe warten

Nicht sinnvoll sei es für Ältere, auf künftige, den neuen Virusvarianten angepasste Impfstoffe zu warten und die Impfung zu verschieben. Auch die bisherigen Impfstoffe böten einen guten Schutz gegen schwere Erkrankungen und Verläufe, hieß es. Unter 60-Jährige, die dreimal geimpft sind oder infiziert waren, sollten sich derzeit nicht ein viertes Mal impfen lassen. Eine Ausnahme bilde medizinisches Personal, für das eine weitere Auffrischungsimpfung bereits empfohlen ist.

Lauterbach begrüßt Empfehlung

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) begrüßte die neue Empfehlung. "Ich bin froh, dass die STIKO diesen wichtigen und aus meiner Sicht fälligen Schritt heute gegangen ist", sagte er dem Portal t-online. Immer noch seien die Fall- und Sterbezahlen zu hoch, die in Deutschland verfügbaren Impfstoffe aber schützten zuverlässig vor Tod und schwerem Verlauf. Auch er riet, nicht auf angepasste Impfstoffe zu warten und sich nun boostern zu lassen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den Nachrichten am 18. August 2022 um 1:00 Uhr.