Ein Fläschchen mit dem Corona-Vakzin von Novavax | REUTERS

Corona-Impfstoff STIKO für Novavax-Impfung ab 18

Stand: 03.02.2022 11:27 Uhr

Die Ständige Impfkommission spricht sich für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Novavax ab 18 Jahren aus. Das Expertengremium empfiehlt außerdem eine vierte Impfung für besonders stark gefährdete Gruppen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht sich dafür aus, den Corona-Impfstoff von Novavax für Menschen ab 18 Jahren einzusetzen. Der proteinbasierte Impfstoff solle zur Grundimmunisierung mit zwei Dosen im Abstand von mindestens drei Wochen eingesetzt werden, teilte das Expertengremium mit.

Änderungen an dem Beschluss seien noch möglich. Der Entwurf sei nun zur Abstimmung an Fachkreise und Bundesländer gegangen, so die STIKO. Für Schwangere und Stillende werde der Impfstoff aktuell nicht empfohlen.

Nicht mit bisherigen Impfstoffen kombinierbar

Das Novavax-Vakzin ist nicht mit den bisherigen Corona-Impfstoffen kombinierbar. Im Unterschied zu den genbasierten mRNA-Impfstoffen von Biontech oder Moderna ist es ein Protein-Impfstoff. Die Technologie von proteinbasierten Vakzinen hat sich bei der Herstellung von Grippeimpfstoffen über viele Jahre bewährt.

Der neue Impfstoff soll in Deutschland ab dem 21. Februar verfügbar sein. "Die Zulassungsstudien ergaben keine Sicherheitsbedenken hinsichtlich schwerer unerwünschter Wirkungen nach Impfung", schreibt die Stiko. Es könne zu ähnlich ausgeprägten Impfreaktionen führen wie die anderen zugelassenen Vakzine gegen das Coronavirus. Allerdings sei die Datenlage zu Nuvaxovid noch begrenzt.

Reges Interesse in Niedersachsen

In Niedersachsen stößt der neue Impfstoff offenbar auf reges Interesse. Bis zum Mittwochvormittag hätten sich bereits rund 1.900 Menschen auf die Warteliste für eine Impfung mit dem Novavax-Vakzin setzen lassen, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Oliver Grimm. Die Liste war am Mittwochmorgen eröffnet worden.

"Wir ermuntern alle, sich auf die Warteliste setzen zu lassen", so Grimm. Wer dies tue, bekomme eine SMS mit einem Termin. "Das ist wirklich eine gute Möglichkeit, jetzt noch einen Impfschutz aufzubauen."

Möglichkeit für Beschäftigte im Gesundheitsbereich

Die niedersächsische Landesregierung hofft, mit dem Vakzin auch Menschen zu erreichen, die den bisher eingesetzten Impfstoffen misstrauen. Insbesondere für die noch ungeimpften Beschäftigten im Gesundheitsbereich ist das laut Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) eine gute Gelegenheit. Für sie gilt ab dem 15. März eine Impfpflicht. Der neue Impfstoff soll in Niedersachsen bis Ende Februar ausgeliefert werden.

STIKO empfiehlt auch vierte Impfung

Die STIKO empfiehlt außerdem eine vierte Impfung für besonders stark gefährdete Gruppen und für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich. Der zweite Booster solle bei über 70-Jährigen, Bewohnern von Altenheimen und Menschen mit Immunschwächekrankheiten ab fünf Jahren frühestens drei Monate nach der ersten Auffrischungsimpfung verabreicht werden.

"Aktuelle Daten zeigen, dass der Schutz nach ersten Auffrischimpfung gegen Infektionen mit der momentan zirkulierenden Omikron-Variante innerhalb weniger Monate abnimmt", erklärte die Stiko. Dies sei "insbesondere für Menschen ab 70 Jahren und für Personen mit Immunschwäche bedeutsam, da diese das höchste Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf nach einer Infektion haben."

In Israel sind viele schon zum vierten Mal geimpft

Daten aus Israel legten nahe, dass eine vierte Impfdosis "eine gewisse Verbesserung beim Schutz vor Infektion und eine deutlichere Verbesserung beim Schutz vor schwerer Erkrankung bewirkt", sagte der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

In Israel haben Menschen über 60, Immungeschwächte und medizinisches Personal bereits die vierte Impfung erhalten. Inzwischen können sich dort alle Erwachsenen mit Vorerkrankungen ein viertes Mal impfen lassen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Februar 2022 um 10:30 Uhr.