Jens Spahn | dpa

Nach STIKO-Empfehlung Spahn wirbt für Kreuzimpfung

Stand: 02.07.2021 13:27 Uhr

Erst AstraZeneca, dann ein mRNA-Impfstoff: Diese neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission wollen Bund und Länder umgehend umsetzen. Es sei genug Impfstoff vorhanden, so Gesundheitsminister Spahn - auch für Auffrischungen im Herbst.

Bund und Länder unterstützen die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), nach einer Erstimpfung gegen das Coronavirus mit dem Vektor-Vakzin von AstraZeneca bei der Zweitimpfung die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer oder Moderna einzusetzen. Nach Beratungen mit den Gesundheitsministerinnen und -ministern der Länder warb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für diese sogenannte Kreuzimpfung.

Eine derartige Kombination von Impfstoffen sei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen "besonders wirksam". Sie biete einen "sehr, sehr hohen Impfschutz". Es sei auch ausreichend Impfstoff vorhanden, um die Empfehlung umzusetzen, so Spahn. Die Kreuzimpfung sei prinzipiell ab sofort möglich - je nach Verfügbarkeit von Impfstoffen und logistischen Voraussetzungen.

Kürzerer Abstand zwischen Impfdosen

Die STIKO hatte am Donnerstag ihre Impfempfehlung für die Zweitimpfung nach einer ersten AstraZeneca-Dosis angepasst. Zur Begründung wurde darauf verwiesen, dass eine Kreuzimpfung wirksamer vor einer Corona-Infektion schütze als eine zweimalige Verabreichung von AstraZeneca. Dabei kann nach Auffassung der STIKO auch der zeitliche Abstand zwischen beiden Dosen verkürzt werden. Die Experten raten hier zu einem mindestens vierwöchigen Abstand, bei zweimaliger Verabreichung von AstraZeneca bleibt es bei den bisherigen neun bis zwölf Wochen. 

Nach einigen Thrombose-Fällen vor allem bei jüngeren Frauen im Zuge einer Impfung mit AstraZeneca war Deutschland dazu übergegangen, Menschen unter 60 Jahren als zweite Dosis in der Regel einen anderen Impfstoff zu verabreichen. Nun soll dies auch für Menschen ab 60 gelten.

Spahn: Nicht auf Zweitimpfung verzichten

Spahn rief die Bürger auf, nicht auf die Zweitimpfung zu verzichten - diese sei besonders wichtig zur Abwehr der besonders infektiösen Delta-Variante des Coronavirus. "Je mehr Impfungen im Sommer, desto besser wird der Herbst", sagte der Minister.

Sollte "Richtung Herbst, Winter" eine dritte Impfung gegen das Coronavirus nötig sein, hätte Deutschland nach Angaben von Spahn auch dafür die erforderliche Menge an Impfstoffen. "Wir werden ausreichend Impfstoff haben, um für alle Empfehlungen gewappnet zu sein", betonte er.

Zahl der Hospitalisierungen soll wichtiger werden

Spahn äußerte sich darüber hinaus zu Aussagen von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Dieser hatte im MDR gesagt, dass wegen der zunehmenden Zahl von Geimpften bei der Bewertung der Corona-Lage künftig weitere Faktoren neben der Inzidenz an Gewicht gewinnen könnten.

Spahn sagte, die Inzidenz sei "nie alleiniger Parameter" gewesen. Es werde sehr wichtig sein, im Herbst und Winter einschätzen zu können, welchen Belastungen die Kliniken ausgesetzt sind. Sein Ministerium arbeite daher derzeit an einer Verordnung, die stärker dazu verpflichtet, Hospitalisierungen zu melden - in Vorbereitung auf Herbst und Winter. Dies hatte Braun bereits angekündigt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Juli 2021 um 14:00 Uhr.

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