Ein Mitarbeiter einer Corona-Impfaktion bereitet BioNTech-Dosen vor. | dpa

Corona-Impfung STIKO empfiehlt Booster für alle ab 18 Jahren

Stand: 18.11.2021 12:06 Uhr

Angekündigt war es bereits: Nun empfiehlt die STIKO tatsächlich die Booster-Impfung für alle Erwachsenen. Sie soll in der Regel sechs Monate nach der zweiten Dosis erfolgen. Gefährdete Menschen sollen weiter bevorzugt geimpft werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht sich für Corona-Auffrischimpfungen für alle Menschen ab 18 Jahren aus. Ein entsprechender Beschlussentwurf sei zur Abstimmung an Fachkreise und Bundesländer gegangen, daher seien Änderungen noch möglich, teilte das Gremium mit. Es handelt sich noch nicht um eine finale STIKO-Empfehlung.

Die Auffrischungsimpfung solle in der Regel sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung verabreicht werden, im Einzelfall könne sie auch bereits nach fünf Monaten erwogen werden. Geraten wird, dass unabhängig vom bisher verwendeten Impfstoff mit einem mRNA-Präparat aufgefrischt wird. Das Gremium verband seine Empfehlung zudem mit einem Aufruf an alle Ungeimpften, sich "dringend" immunisieren zu lassen.

Ziel: Infektionswellen abschwächen, Todesfälle verhindern

Der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens hatte die Empfehlung zur Auffrischungsimpfung am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" bereits in Aussicht gestellt. Bisher hatte die STIKO die Booster-Impfung nur für Menschen ab 70, für Menschen mit Immunschwäche, Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegepersonal empfohlen.

Die Ausweitung diene nun neben der Aufrechterhaltung des individuellen Impfschutzes auch dem Ziel, "Infektionswellen abzuschwächen und zusätzliche schwere Erkrankungs- und Todesfälle zu verhindern", erklärte das Gremium. "Bereits jetzt führen die schweren Covid-19-Erkrankungen zu einer besorgniserregenden hohen Belastung der intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten."

Zugleich bekräftigte die Kommission, dass trotz genereller Empfehlung weiter bevorzugt besonders gefährdete Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten sollten. Dazu gehörten Menschen über 70 Jahren, Bewohner von Pflegeheimen, Menschen mit krankheitsbedingter Immunschwäche sowie Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich. Im Rahmen der Impfkampagne gegen die Pandemie sollten zudem weiterhin "vordringlich" Ungeimpfte immunisiert werden, die noch keinen vollen Grundimpfschutz hätten.

Spahn: Haben genug Impfdosen

Der Schutz vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 lässt bei Geimpften mit der Zeit nach, das zeigen Studien. Der Schutz vor schwerer Erkrankung lässt insbesondere bei älteren oder vorerkrankten Menschen nach. Mit einer Auffrischung lässt sich beides wieder merklich verbessern.

Auch Bundesgesundheitsminister Spahn hatte sich für Auffrischungsimpfungen für alle Erwachsenen ausgesprochen. Der "Süddeutschen Zeitung" hatte er gesagt, Deutschland habe genug Corona-Impfdosen dafür. "Wir haben alles in allem aus heutiger Sicht bis Ende des Jahres genug Impfstoff, um das zu machen." Das Problem ist derzeit allerdings weniger die Menge an Impfstoff, sondern das fehlende Personal, die Dosen auch zu verimpfen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. November 2021 um 12:00 Uhr.