Fahrzeuge stauen sich im Berufsverkehr in München | Bildquelle: dpa

Falsche CO2-Angaben Deutschland entgehen Steuer-Milliarden

Stand: 10.03.2018 13:02 Uhr

Durch die Abgastricks der Autohersteller verlieren EU-Staaten laut einer Studie Steuereinnahmen in Milliardenhöhe. Allein Deutschland sind demnach 2016 bei der KfZ-Steuer knapp 1,2 Milliarden Euro entgangen.

Europäischen Staaten sind Kfz-Steuern in Milliardenhöhe entgangen, weil Abgaswerte häufig zu niedrig angegeben wurden. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Grünen-Fraktion im EU-Parlament. Allein Deutschland sollen dem Fiskus im Jahr 2016 1,2 Milliarden Euro entgangen sein.

Insgesamt beziffert das Ergebnis der Studie den Verlust für elf EU-Staaten auf knapp 11,3 Milliarden Euro. Zwischen den Jahren 2010 und 2016 beliefen sich die Steuerausfälle sogar auf insgesamt gut 46 Milliarden Euro, vier Milliarden Euro entfielen auf Deutschland. Die Studie untersuchte Steuereinnahmen in Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien, Schweden und Großbritannien.

Falsch berechnete Abgaswerte - zu niedrige Steuern

Die Kfz-Steuer richtet sich in Ländern wie Deutschland auch nach dem Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2). Weil diese Werte von den Herstellern häufig zu niedrig angeben waren, wurden die Fahrzeuge zu niedrig besteuert. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

"Der Abgasskandal entpuppt sich als veritabler Steuersumpf", sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Europaparlament, Sven Giegold. Der Betrug der Autohersteller schade nicht nur Gesundheit und Umwelt, sondern auch den öffentlichen Finanzen. Die Rechnung für den Steuerschaden zahlten Bürger, die verbrauchsarme oder gar keine Autos fahren. Fahrer von Fahrzeugen mit hohem Kraftstoffverbrauch hingegen profitierten besonders von der falschen Besteuerung.

Von September 2018 an gelten in der EU neue Abgastests. Dabei werden Fahrzeuge auch unter realen Straßenbedingungen getestet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den Nachrichten am 10. März 2018 um 13:00 Uhr.

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