Katholikentagspräsident Thomas Sternberg | Bildquelle: dpa

Katholiken-Präsident zur AfD "Parallelen zum Nationalsozialismus"

Stand: 08.09.2018 10:46 Uhr

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Sternberg, bewertet die AfD als rechtsradikal. In einem Interview sprach er von "Parallelen zum Nationalsozialismus".

ZdK-Präsident Thomas Sternberg ruft dazu auf, die AfD nicht zu wählen. Vor den anstehenden Landtagswahlen in Bayern und Hessen sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Ich rufe zum übergreifenden Widerstand aller freiheitlich-demokratischen Kräfte auf. Es muss unmissverständlich deutlich werden: So etwas geht in diesem Land nicht, so etwas wählen wir nicht, so etwas wollen wir nicht."

Parteichef Alexander Gauland "bedient eine rechtsradikale Klientel und führt eine rechtsradikale Partei", sagte er.

Sternberg zog Parallelen zum Aufstieg der NSDAP. "In der Endphase der Weimarer Republik gab es auch eine Partei, die in den Parlamenten saß, und die Ungeheuerlichkeiten in die Parlamente getragen hat", warnte der ZdK-Präsident. "Nun haben wir wieder eine Partei, die in Umfragen bei 17 Prozent liegt, und die Parallelen zum Nationalsozialismus aufweist."

Der Aufstieg der Alternative für Deutschland müsse verhindert werden. 

Sozialpolitik im Fokus

Mit Blick auf die Proteste nach dem Totschlag von Chemnitz sagte der ZdK-Präsident aber auch: "Man sollte nicht so tun, als sei das alles dumpfer Nationalismus." So sei zu prüfen, warum sich manche Menschen abgehängt fühlten, dabei sei auch die Sozialpolitik in den Blick zu nehmen.

"Ich glaube aber, dass ein demokratischer Staat das in den Griff bekommen kann", sagte Sternberg, der rund 23 Millionen deutsche Katholiken vertritt.

AfD und "Pegida" gemeinsam in Chemnitz | Bildquelle: dpa
galerie

AfD und "Pegida" demonstrierten gemeinsam in Chemnitz.

Zuwanderung mit Limit

Er sprach sich zugleich gegen eine unbegrenzte Zuwanderung nach Deutschland aus. "Selbstverständlich hat die Zuwanderung in einen Staat wirtschaftlich, sozial und gesellschaftlich bedingte Grenzen. Diese Grenzen auszuloten, gerade auch, um den Schutzbedürftigen den erforderlichen Schutz geben zu können, ist eine gewaltige gesamtgesellschaftliche Herausforderung", sagte der ZdK-Präsident.

Er warnte aber davor, Zuwanderung zu dämonisieren und zur alleinigen Ursache aller politischen und gesellschaftlichen Probleme zu stilisieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. September 2018 um 08:00 Uhr.

Darstellung: