Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens bringen einen Sarg aus dem Haus. | Bildquelle: dpa

Statistik zu Todesfällen Höhere Sterblichkeit in Deutschland

Stand: 18.12.2020 14:07 Uhr

Eine vorläufige Auswertung des Statistischen Bundesamtes zeigt Mitte November neun Prozent mehr Todesfälle als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Besonders auffällig sind die Zahlen für Sachsen.

Nach dem Anstieg der Corona-Infektionen steigt auch die Zahl der Todesfälle weiter an. Nach vorläufigen Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes sind Mitte November etwa neun Prozent mehr Menschen gestorben als im Schnitt der Vorjahre. Bundesweit starben zwischen 16. und 22. November in Deutschland mindestens 19.600 Menschen, wie das Bundesamt mitteilte.

Die Basis ist eine Sonderauswertung der vorläufigen Sterbefallzahlen, die aktuell bis zur 47. Kalenderwoche (16. bis 22. November) zur Verfügung steht. Das Mittel der Jahre 2016 bis 2019 für diese Woche lag bei 17.977 Toten. "Besonders auffällig ist die Entwicklung der Sterbefallzahlen in Sachsen", erläuterte das Demografie-Team des Amtes. "Die Differenz zum Durchschnitt der vier Vorjahre nimmt dort derzeit von Woche zu Woche deutlich zu."

Sachsen und vier weitere Länder mit hoher Sterblichkeit

In der 41. Kalenderwoche (5. bis 11. Oktober) lag die Zahl der Sterbefälle noch unter dem Durchschnitt - in der 47. Kalenderwoche lag sie um 46 Prozent beziehungsweise 476 Fälle darüber. Auch in vier anderen Bundesländern stiegen die Sterbefallzahlen: in Baden-Württemberg, Brandenburg und Thüringen um jeweils zwölf Prozent, Nordrhein-Westfalen um zehn Prozent.

Die Zahl der Todesfälle von Personen, die laborbestätigt an Covid-19 erkrankt waren, steigt ebenfalls von Woche zu Woche. In der 47. Kalenderwoche gab es bundesweit insgesamt 1887 beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Covid-19-Todesfälle. Das waren 350 Tote mehr als in der Vorwoche und 1377 Tote mehr als in der 40. Kalenderwoche.

Das Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen meldete für die 46. Kalenderwoche eine extrem hohe Übersterblichkeit für Belgien, Frankreich, Italien, Österreich und Spanien. In anderen europäischen Ländern stellt das Netzwerk für diese Kalenderwoche maximal eine mäßige Übersterblichkeit fest.

Höchstwerte in Russland und Schweden

In der Corona-Pandemie verzeichnete auch Russland inzwischen den höchsten Wert bei Sterbefällen seit zehn Jahren. Von April bis Oktober seien 1,2 Millionen Menschen gestorben: 140.000 Menschen mehr als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre, berichtete kürzlich die Moskauer Wirtschaftszeitung "RBK" unter Berufung auf das Statistikamt.

In Schweden sind im vergangenen Monat sogar so viele Menschen gestorben wie in keinem November der letzten 100 Jahre. Im November 2020 starben demnach 8088 Menschen. Dies entspreche einer Übersterblichkeit von zehn Prozent im Vergleich zu den entsprechenden Monaten 2015 bis 2019, teilte die schwedische Statistikbehörde mit.

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