Bundespräsident Steinmeier. | dpa

Gedenkfeier am 18. April "Hinterbliebenen eine Stimme geben"

Stand: 06.02.2021 08:25 Uhr

61.286 Menschen sind seit Beginn der Pandemie nachweislich an oder mit Corona gestorben. Am 18. April soll der Toten laut Bundespräsident Steinmeier nun bei einer zentralen Veranstaltung gedacht werden.

Die von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angekündigte zentrale Gedenkfeier für die Toten der Corona-Pandemie soll am 18. April stattfinden. Steinmeier sagte der "Rheinischen Post", neben Hinterbliebenen der Toten solle die gesamte Staatsspitze an der Gedenkfeier teilnehmen.

Das Ziel sei, als Gesellschaft innezuhalten, den Hinterbliebenen eine Stimme zu geben und in Würde Abschied von den Toten zu nehmen. "Wegen Corona kann leider nur eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern dabei sein, und viele Planungen bleiben unsicher", sagte Steinmeier, der eine Live-Übertragung der Gedenkfeier ankündigte.

Der Bundespräsident hatte im Januar bereits die Aktion "Lichtfenster" initiiert, bei der die Menschen im Gedenken an die Corona-Toten eine Kerze ins Fenster stellen sollen. "Über dieses stille Symbol hinaus brauchen wir eine angemessene Form des öffentlichen Gedenkens", sagte Steinmeier.

10.485 Neuinfektionen

Laut RKI sind 61.286 Menschen (Stand: 06.02., 00.00 Uhr) an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben. Seit Beginn der Pandemie wurden in Deutschland 2.275.394 Infektionen nachgewiesen. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Am Morgen meldeten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 10.485 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Außerdem wurden 689 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 12.321 Neuinfektionen und 794 neue Todesfälle. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Morgen bei 77,3.

Mit Blick auf die Debatte um eine Lockerung der Corona-Maßnahmen sprach sich Steinmeier dafür aus, zuerst an Kitas und Schulen zu denken. "Die Grundrechte einzuschränken, ist keine Kleinigkeit, und ihre Ausübung wiederherzustellen, ist die Pflicht der Politik, sobald die Infektionslage das zulässt", sagte Steinmeier in dem Interview. "Dabei halte ich den Zugang zu Kitas und Schulen für besonders bedeutsam."

Nötig sei es, nun auch die Folgen der Pandemie stärker in den Blick zu nehmen. "Corona trifft alle, aber eben nicht alle gleich", sagte Steinmeier. "Das Virus werden wir besiegen, aber die sozialen und wirtschaftlichen Folgen werden uns lange begleiten."

Die Jugend im Blick

Steinmeier rief zudem dazu auf, der Jugend "eine Zukunft nach Corona" zu eröffnen. "In der Pandemie nehmen wir aus guten Gründen Rücksicht auf die Älteren, aber nach der Pandemie müssen wir uns als Gesellschaft den Jüngeren besonders verpflichtet fühlen", sagte er. "Die Jugend ist eigentlich eine Zeit des Aufbruchs, aber in der Pandemie ist das Leben ungeheuer eng geworden."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Februar 2021 um 09:50 Uhr.