Hand greift nach Stasi-Akten | Bildquelle: dpa

Anträge auf Akteneinsicht Was wusste die Stasi über mich?

Stand: 27.12.2017 09:15 Uhr

27 Jahre nach der Wiedervereinigung bleibt das Interesse an den Stasi-Akten groß. Im laufenden Jahr beantragte im Schnitt alle zehn Minuten ein Bürger Akteneinsicht. Seit Bestehen der Stasi-Unterlagenbehörde waren es 3,2 Millionen Anträge.

Bei der Stasi-Unterlagenbehörde sind seit ihrem Bestehen mehr als 3,2 Millionen Anträge zur persönlichen Einsicht in Akten der DDR-Staatssicherheit gestellt worden. In diesem Jahr seien es bis Ende November 46.354 Anträge gewesen, sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der Nachrichtenagentur dpa. Das waren 234 Anträge mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Gesamtjahr 2016 waren es insgesamt 48.634 Anträge.

Mehr Anträge der "Enkelgeneration"

Stasi-Unterlagenbehördenchef Roland Jahn | Bildquelle: dpa
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"Es ist gut, dass die Menschen nach so vielen Jahren und auch in Zukunft in ihre Stasi-Akten schauen können" - Roland Jahn, Chef der Stasi-Unterlagenbehörde

Obwohl die Zahlen langfristig zurückgingen, sei das Interesse immer noch höher als anfangs erwartet, sagte Jahn. Manche Menschen wagten erst jetzt als Rentner den Blick in die Vergangenheit und beantragten Akteneinsicht. Es gebe noch die Angst zu entdecken, von Nachbarn oder Freunden bespitzelt worden zu sein. Neu seien auch mehr Nachfragen der "Enkelgeneration", die mehr über das Leben gestorbener Familienangehöriger wissen wollten.

Das Stasi-Akten-Gesetz, das die Arbeit der Behörde regelt, läuft 2019 in Teilen aus. Geplant ist, die Dokumentensammlung unter das Dach des Bundesarchivs zu stellen. Der Bundestag soll sich in der gerade begonnenen Legislaturperiode mit dem Konzept befassen, an dem seit einiger Zeit gearbeitet wird.

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