Ein Fluss in Hessen ist nach Starkregen übers Ufer getreten und zum reißenden Bach geworden. | Bildquelle: dpa

Meteorologen warnen Starkregengefahr vielerorts unterschätzt

Stand: 18.03.2019 12:34 Uhr

Das Risiko heftiger Niederschläge ist in mehreren Regionen Deutschlands höher als bisher angenommen, warnt die Meteorologische Gesellschaft. Viele Landkreise hält sie nicht ausreichend auf die Regenmassen vorbereitet.

Das Risiko von Starkregen ist bislang deutlich unterschätzt worden. Davor warnt die Deutsche Meteorologische Gesellschaft. "Die Auswertung von Radardaten zeigt, dass wir bei der Bewertung der Naturgefahr Starkregen in einigen Regionen von einer neuen Gefährdungslage ausgehen müssen", berichten die Meteorologen Andreas Becker und Tanja Winterrath vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in ihrem Tagungsbeitrag.

So müsse zum Beispiel in den Landkreisen Norddeutschlands mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit mit Starkregen gerechnet werden als bisher angenommen. Dies sei auch wegen der begrenzten Kapazitäten der Siedlungsentwässerung bedeutsam.

"Auf Kante genäht"

Die Siedlungsentwässerung sorgt dafür, dass Abwässer aller Art über die Kanalisation abgeleitet werden, also Abwässer aus privaten Haushalten oder Industriebetrieben ebenso wie Niederschlagswasser.

Nach Ansicht der beiden Experten ist die hinreichend genaue und rechtzeitige Vorhersage von Starkregen unbefriedigend. "Wir sind bei der Prävention gegen Starkregen 'auf Kante genäht' und daher ausgesprochen anfällig, wenn es um Anstiege und Änderungen im Zuge des Klimawandels geht", schreiben Becker und Winterrath.

Auf der Fachtagung der Meteorologischen Gesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Garmisch-Partenkirchen beraten bis Freitag rund 450 Wissenschaftler über neueste Erkenntnisse und Fragen aus Meteorologie und Klimaforschung. Die Zusammenarbeit der Meteorologen trage entscheidend dazu bei, vor Wettergefahren zu warnen und auf die Klimaveränderung vorzubereiten, teilte DWD-Präsident Gerhard Adrian mit.

Über dieses Thema berichtete der SWR am 26. Juli 2018 um 20:15 Uhr und NDR Info am 18. März 2019 um 12:15 Uhr.

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