Claas Relotius | Bildquelle: picture alliance / Eventpress

"Spiegel"-Betrugsskandal Leser wohl mit Spendenaufruf getäuscht

Stand: 23.12.2018 00:32 Uhr

Gegen Ex-"Spiegel"-Redakteur Relotius gibt es neue Vorwürfe. Wie das Blatt berichtet, soll er Leser zu Spenden für seine Protagonisten aufgerufen haben. Das Geld sei auf seinem Privatkonto gelandet.

Im Fall seines Ex-Redakteurs Claas Relotius agiert der "Spiegel" offensiv und versucht so, den angerichteten Schaden zu begrenzen. Auch die neuen Vorwürfe gegen Relotius veröffentlichte das Magazin von sich aus.

Demnach soll der 33-Jährige nicht nur Teile seiner Geschichten frei erfunden, sondern möglicherweise auch Spendengelder veruntreut haben. Der "Spiegel" berichtet, Leser hätten sich gemeldet, sie hätten von Relotius' privatem E-Mail-Account einen Spendenaufruf erhalten, um "Waisenkindern in der Türkei zu helfen". Das Geld sollten die Leser dann auf sein Privatkonto überweisen.

Ein Fall für den Staatsanwalt

Der "Spiegel" weiß noch nicht, wie viele Leser gespendet haben, wie viel Geld zusammen gekommen und was damit passiert sein könnte. Das Magazin kündigte an, alle Informationen dazu im Rahmen einer Strafanzeige der Staatsanwaltschaft zur Verfügung zu stellen.

Wie der Fall Relotius dem Journalismus schadet
tagesthemen 23:15 Uhr, 22.12.2018, Torben Börgers/ Anna Mundt, NDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Relotius' Spendenaufruf stand den Angaben zufolge mit der Geschichte "Königskinder" in Zusammenhang, die in der Ausgabe 28/2016 erschien. Sie handelte von syrischen Geschwistern, die als Waisenkinder auf der Straße in der Türkei lebten. Auch bei dieser Geschichte zweifelt die Redaktion inzwischen an der Richtigkeit der Fakten.

Der "Spiegel" verweist darauf, dass Relotius den Ausgang seiner Spendenaktion in dem Sammelband "Wellenschlagen" bekannt gegeben hat. "Darin berichtet er, dass er in mühevoller, monatelanger Arbeit die Kinder zu einer Ärztefamilie nach Niedersachsen habe bringen können, die die beiden adoptiert habe. Dabei handelt es sich offenbar ebenfalls um eine Fiktion", heißt es bei "Spiegel"-online.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 22. Dezember 2018 um 23:15 Uhr.

Darstellung: