Franz Müntefering und Martin Schulz | Bildquelle: dpa

Die SPD-Vorsitzenden "Das schönste Amt neben dem Papst"

Stand: 03.06.2019 11:16 Uhr

Nicht weniger als 15 Vorsitzende seit 1945 - verglichen mit der CDU ist der Verschleiß an der SPD-Spitze enorm. Und doch hielt Ex-Parteichef Müntefering das Amt für extrem reizvoll. Die bisherigen SPD-Chefs im Überblick.

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Kurt Schumacher (1946-1952)
 

Erich Ollenhauer (1952-1963)

Willy Brandt (1964-1987)
 
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Erich Ollenhauer (1952-1963)
 

Willy Brandt (1964-1987)

Hans-Jochen Vogel (1987-1991)
 
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Willy Brandt (1964-1987)
 

Hans-Jochen Vogel (1987-1991)

Björn Engholm (1991-1993)
 
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Hans-Jochen Vogel (1987-1991)
 

Björn Engholm (1991-1993)

Rudolf Scharping (1993-1995)
 
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Björn Engholm (1991-1993)
 

Rudolf Scharping (1993-1995)

Oskar Lafontaine (1995-1999)
 
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Rudolf Scharping (1993-1995)
 

Oskar Lafontaine (1995-1999)

Gerhard Schröder (1999-2004)
 
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Oskar Lafontaine (1995-1999)
 

Gerhard Schröder (1999-2004)

Franz Müntefering (2004-2005)
 
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Gerhard Schröder (1999-2004)
 

Franz Müntefering (2004-2005)

Matthias Platzeck (2005-2006)
 
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Franz Müntefering (2004-2005)
 

Matthias Platzeck (2005-2006)

Kurt Beck (2006-2008)
 
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Matthias Platzeck (2005-2006)
 

Kurt Beck (2006-2008)

Franz Müntefering (2008-2009)
 
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Kurt Beck (2006-2008)
 

Franz Müntefering (2008-2009)

Sigmar Gabriel (2009-2017)
 
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Franz Müntefering (2008-2009)
 

Sigmar Gabriel (2009-2017)

Martin Schulz (2017-2018)
 
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Sigmar Gabriel (2009-2017)
 

Martin Schulz (2017-2018)

Andrea Nahles (2018-2019)
 
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Martin Schulz (2017-2018)
 

Andrea Nahles (2018-2019)

Vor dem Vorsitz: Germanistin, Politikwissenschaftlerin, Juso-Vorsitzende, SPD-Generalsekretärin, Bundesarbeitsministerin

An der Spitze: Jahrzehnte in führenden Positionen von den Jusos und der SPD. Wird geschätzt für ihren Fleiß, ihre Sachkenntnis und ihre Fähigkeit zum Kompromiss. Macht keinen Hehl aus ihrer Haltung, versteckt ihre klare Meinung nicht, bietet auch der eigenen Parteispitze die Stirn - eine Frau deutlicher Worte. Singt im Bundestag auch ein Pippi-Langstrumpf-Lied und fällt kritisch mit Aussprüchen wie "Ab morgen kriegen sie in die Fresse" und "Bätschi" auf. Wird nach Schulz Rücktritt als erste Frau ins Amt der SPD-Vorsitzenden gewählt - jedoch nur mit rund 66 Prozent der Stimmen.

Aus dem Amt: Während ihrer Amtszeit verschlechtern sich die Wahlergebnisse der SPD weiter. Bei der Europawahl im Mai 2019 erreicht die SPD in Deutschland nur 15,8 Prozent der Stimmen - und damit 11,5 Prozentpunkte weniger als bei der Europawahl zuvor. Erstmals verliert die SPD auch bei der Senatswahl in Bremen ihren jahrzehntelangen Spitzenplatz - stattdessen gewinnt erstmals seit 1946 die CDU. Nahles Amt als Parteivorsitzende kommt dadurch ins Wackeln. Innerhalb der SPD wird sie systematisch "sturmreif geschossen". Zunächst kämpft sie um ihren Posten, zieht die Wahl des Fraktionsvorsitzenden vor und fordert mögliche Nachfolger offen heraus. Doch unmittelbar danach kracht es offenkundig intern in einer Fraktionssitzung so stark, dass sie ihren Plan ändert: Sie kündigt nicht nur ihren Rücktritt als Parteichefin an, sondern auch als Fraktionsvorsitzende - sowie die zeitnahe Aufgabe ihres Bundestagsmandats.

Insgesamt im Amt: Ein Jahr, ein Monat und 13 Tage

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Juni 2019 um 12:00 Uhr.

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