SPD-Parteibücher | dpahael Kappeler/dpa

SPD verliert Mitglieder Minus 6000 Genossen nach GroKo-Votum

Stand: 05.04.2018 13:00 Uhr

Mit 24.000 Neumitgliedern hatte die SPD im Vorfeld des GroKo-Votums einen regelrechten Eintrittsboom erlebt. Seitdem verliert die Partei wieder Mitglieder - knapp 6000 seit Anfang Februar.

Es werden wieder weniger SPD-Mitglieder: Nach dem Votum über die Neuauflage der Großen Koalition hat die Partei rund 6000 Mitglieder wieder verloren. 457.700 waren es am 31. März, wie die SPD auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Am 6. Februar, dem Eintrittsstichtag für die Teilnahme am Koalitionsvotum, hatte die SPD noch exakt 463.723 Mitglieder.

Eintrittswelle seit Jahresbeginn

Die Partei hatte seit dem Sonderparteitag am 21. Januar, der mit knapper Mehrheit die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union billigte, eine Eintrittswelle erlebt. Seit Jahresbeginn beantragten 24.000 Menschen ein SPD-Parteibuch.

Aufschrift "Auch ich trage Verantwortung... #nogroko" auf einem Beutel der Jusos | dpa

Einige Verfechter der "NoGroKo"-Kampagne hatten gezielt für einen Parteieintritt geworben, um die GroKo mit einem Nein beim Votum zu verhindern. Bild: dpa

Einige Verfechter der "NoGroKo"-Kampagne warben dabei gezielt für einen Parteieintritt, um mit einem Nein die Koalition zu verhindern. Gerade die Jusos und der linke Flügel hatten für ein Nein gekämpft, da sie einen weiteren Profilverlust fürchten. Dennoch hatte eine Mehrheit von 66 Prozent beim Mitgliedervotum für eine erneute Regierungsbildung mit der Union von Kanzlerin Angela Merkel gestimmt.

Austritte waren erwartet worden

In der Partei hieß es dazu, man habe damit gerechnet, dass einige Mitglieder wieder austreten. Dennoch sei die Mitgliederzahl seit Anfang des Jahres unter dem Strich um fast 15.000 Genossen gestiegen, betonte der Parteisprecher. Dabei stehen den 24.000 Eintritten neben den 6000 Mitgliedern, die seit dem 6. Februar die Partei verlassen haben, auch frühere Austritte sowie Sterbefälle gegenüber.

Insgesamt halte aber ein positiver Wachstumstrend an: Schon 2017 sei die Zahl im Saldo um rund 10.000 SPD-Mitglieder gewachsen. Damit war sie zuletzt wieder vor der CDU mitgliederstärkste Partei Deutschlands.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. April 2018 um 17:15 Uhr.

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KOMMENTARE

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Jayray 05.04.2018 • 20:38 Uhr

Die Austritte werden steigen

Da der Staat sich immer weiter verschlanken will und Beamtenstellen immer mehr in Angestelltenstellen umgewandelt werden sind nicht genug Stellen zu vergeben um die Vetternwirtschaft am laufen zu halten. Das merken alle Parteien und die SPD wird nach den 4 Jahren ein großes Problem haben, denn dann werden sie unter der CDU gerutscht sein, die ja auch auf dem absteigenden Ast sind. Gleiches gilt für die Linke und die Grünen und die FDP war seit jeher nie besonders Mitgliederstark. Allein die AFD als angebliche politische Alternative mag vielleicht noch etwas wachsen, wird aber sehr schnell auch an die Fleichtopfobergrenze stoßen und wieder sehr viele Mitglieder verlieren. Parteimitgliedschaften aus weltanschaulichen Gründen wie es bisher die SPD zuvorderst für sich verbuchen konnte wird sich immer weiter abschmelzen, bis nur noch Amtsträger Mitglieder sind. Und wenn das soweit ist wird in Deutschland der "Klassenkampf" ausbrechen, die Würde im Amt entgültig verschwunden sein.