Wahl zum SPD-Vorsitz "Ich kann eine unabhängige Parteispitze sein"

Stand: 20.04.2018 11:43 Uhr

Simone Lange fordert Andrea Nahles heraus. Die Bürgermeisterin von Flensburg will ebenfalls SPD-Chefin werden. Sie könne eine unabhängige Parteispitze sein und sei deshalb die bessere Vorsitzende.

Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange fordert die SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles heraus. Beide wollen Bundesvorsitzende der Sozialdemokraten werden. Im ARD-Morgenmagazin nannte Lange Gründe, warum sie die bessere Vorsitzende wäre: "Ich kann vor allem eine unabhängige Parteispitze sein, weil ich nämlich kein anderes Parteiamt inne habe und auch nicht gebunden bin an die Regierungsarbeit."

Nahles sei eine starke Fraktionsvorsitzende, so Lange. Nahles müsse jedoch vor allem in der laufenden Legislaturperiode die Regierungsarbeit tragen. Als Parteichefin könne sie die Fraktionschefin somit entlassten, sagte die 41-Jährige.

Darüber hinaus forderte Lange eine Abgrenzung zur Union. "Wir müssen vor allem darüber hinwegkommen, uns immer nur über die Große Koalition zu definieren." Die Partei müsse "einen eigenen Anspruch entwickeln auf ein starkes eigenständiges Profil". Die Menschen müssten wieder erkennen, wofür die Partei stehe, so Lange.

Simone Lange, Gegenkandidatin von Nahles, im Gespräch
Morgenmagazin, 20.04.2018

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SPD-Spitze nicht unbedingt euphorisch

Der Bundesvorstand der Sozialdemokraten hatte sich frühzeitig festgelegt, eine Empfehlung für Nahles als neue Parteivorsitzende zu geben. Lange gab ihre Kandidatur erst danach bekannt.

Die SPD-Spitze reagierte darauf nicht unbedingt euphorisch. Bis heute habe sich das Gremium nicht zu ihrer Kandidatur geäußert, sagte die frühere Kriminalpolizistin. Der Bundesvorstand habe Lange aber eingeladen, damit sie sich einen Tag vor dem Parteitag vorstellen könne. "Und das werde ich machen. Ich freue mich auch drauf", sagte sie.

Glaubwürdigkeit und Kalkül

Lange forderte neue Strukturen für die Wahl der SPD-Spitze. Der Parteivorstand müsse direkt von den Mitgliedern bestimmt werden und nicht nur von den Delegierten. Eine Urwahl sei zwar durch die Parteistatuten ausgeschlossen, sagte Lange. Aber eine Mitgliederbefragung würde die Satzung zulassen.

Als Beispiel nannte Lange die vergangenen Mitgliederbefragungen zur Großen Koalition. "Wir sollen die Mitglieder nicht nur nach den Inhalten befragen. Wir sollen sie auch danach fragen, wer das Personal unserer Partei stellen soll." Genau das würden die Mitglieder wollen. "Die Mitglieder möchten sich auch auseinandersetzen, wer sie vertreten soll."

Lange muss sich Kritikern entgegenstellen, die behaupten, sie sei lediglich eine Karrieristin ohne Ahnung von Bundespolitik. Das weist sie entschieden zurück. Solche Aussagen würden einem Menschenbild entsprechen, in dem Politiker Dinge lediglich aus Kalkül machen würden. "Wir sollten diesem Bild vehement entgegen treten", so Lange. "Ich tue das, weil ich für ein anderes Bild stehe, für eine andere Politik." Die SPD habe vor allem die Aufgabe, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. "Und das geht in meinen Augen nur über Transparenz."

Über dieses Thema berichtete das morgenmagazin am 20. April 2018 um 08:10 Uhr.

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