Bus und Straßenbahn in Chemnitz | Bildquelle: dpa

365 Euro für Jahresticket SPD will Nahverkehr verbilligen

Stand: 05.09.2019 04:18 Uhr

Einen Euro pro Tag - das soll die Nutzung von Bussen und Bahnen nach dem Willen der SPD künftig kosten. Der Vorschlag ist Teil eines Klimaschutzkonzepts der Bundestagsfraktion.

Die SPD macht sich im Zuge des Klimaschutzes für die Einführung eines Nahverkehrstickets zum Preis von einem Euro pro Tag stark. Kommunen sollten "bei der schrittweisen Einführung eines 365 Euro Jahrestickets" unterstützt werden, heißt es in einem 30-seitigen Entwurf der SPD-Bundestagsfraktion, aus dem die Nachrichtenagentur Reuters und die "Süddeutsche Zeitung" übereinstimmend zitieren.

"Wir wollen, dass jede und jeder flächendeckend mit Bus und Bahn zu bezahlbaren Preisen, egal ob in der Großstadt oder auf dem Land, unterwegs sein kann", schreiben die Experten verschiedener Arbeitsgruppen der Fraktion in ihrem Konzept. Die Fraktionsführung gab gestern grünes Licht, die 30 Seiten als Informationspapier an die SPD-Abgeordneten zu verschicken.

Beschlüsse des Klimakabinetts am 20. September

Die Bundesregierung will am 20. September Beschlüsse fassen, wie die Klimaziele für 2030 erreicht werden können. Die SPD-Bundestagsfraktion positioniert sich mit ihrem Papier nun in einem wichtigen Punkten für die anstehenden Verhandlungen mit der Union.

Das nun von der SPD angestrebte ÖPNV-Jahresticket zum Preis von 365 Euro war 2012 in Wien erfolgreich eingeführt worden. Auch einige Städten in Deutschland bieten es mittlerweile an, allerdings in der Regel nur für Schüler und Auszubildende.

Nahverkehrspreise zentrales SPD-Thema

In den vergangenen Monaten hatte sich die SPD bereits dafür eingesetzt, dass Fahrern von Dieselautos, die in Kommunen mit Fahrverboten leben, ein 365-Euro-Tickte für Busse und Bahnen angeboten wird. Der aktuelle Vorstoß geht allerdings deutlich weiter. "Mobilität ist ein Grundrecht jedes Einzelnen", sagt SPD-Fraktionsvize Sören Bartol. "Das darf in der Klimaschutzdebatte nicht unter die Räder kommen."

Die Idee eines günstigeren oder gar kostenfreien Nahverkehrs hat sich die SPD bereits seit Längerem auf die Fahne geschrieben. Bevor die ersten Fahrverbote in Deutschland in Kraft traten, hatte Umweltministerin Svenja Schulze mit genau diesem Vorschlag geworben, um in Städten bessere Luftqualität zu erreichen und Fahrverbote eventuell umgehen zu können. Und auch ihre Vorgängerin im Amt und Parteikollegin Barbara Hendricks trommelte für die Idee, den ÖPNV gratis nutzen zu können.

Die Sozialdemokraten versuchen, ihren Vorschlag aber nicht nur auf Bundesebene durchzubringen, auch in den Länderparlamenten rühren sie die Debatte immer wieder neu auf.

SPD-Fraktion für 365-Euro-Ticket
David Zajonz, ARD Berlin
05.09.2019 07:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. September 2019 um 08:00 Uhr.

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