Die neue SPD-Spitze Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. | Bildquelle: PHILIPP GUELLAND/EPA-EFE/REX

30-Prozent-Ziel SPD-Spitze rudert zurück

Stand: 04.01.2020 03:51 Uhr

Wohl im Überschwang der Freude nach ihrer Wahl hatten die neuen SPD-Vorsitzenden angekündigt, die Zustimmungswerte ihrer Partei innerhalb eines Jahres zu verdoppeln. Nun wollen sie davon so konkret nichts mehr wissen.

Die SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken haben ihre Äußerung relativiert, die SPD innerhalb eines Jahres wieder auf mindestens 30 Prozent Zustimmungswerte bringen zu können. "Niemand von uns hat gesagt, dass wir 30 Prozent schon bei der nächsten Bundestagswahl holen", sagte Walter-Borjans den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Erst einmal geht es darum, wieder eine Mehrheit anführen zu können."

Daran ist allerdings nur der zeitliche Bezug zur Bundestagswahl formal richtig. Tatsächlich hatten sie in einem Doppelinterview der Parteizeitung "Vorwärts" Anfang Dezember gesagt, das Ziel bereits weit vor dem regulären Wahltermin 2021 erreichen wollen. Auf die Frage "Was sind denn die Ziele, die Sie bis Ende 2020 erreichen wollen"» hatte Esken vor einem Monat noch geantwortet: "Zustimmungswerte für die SPD von 30 Prozent und vielleicht mehr."

SPD kommt nicht vom Fleck

Tatsächlich ist die SPD in den Umfragen unter der neuen Führung bisher nicht aus dem Keller gekommen und rangiert weiter bei 13 bis 15 Prozent. Im aktuellen Interview sagte Esken nun: "Wir wollen kein Strohfeuer erzeugen. Lieber stetig und Schritt für Schritt mit klarem Kurs Vertrauen zurückgewinnen!" Walter-Borjans sagte: "Diese Zahl haben wir ja nicht aus der Luft gegriffen. Umfragen zeigen, dass über 30 Prozent der Bürger sozialdemokratische Werte teilen. Das muss wieder glaubhaft mit der SPD verbunden werden. So etwas geht nicht auf einen Schlag."

Über dieses Thema berichtete der WDR am 04. Januar 2020 um 07:38 Uhr im "Ticker am Morgen".

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