Der geschäftsführende Gesundheitsminister, Jens Spahn | dpa

Spahn kritisiert Ungeimpfte "Was muss eigentlich noch passieren?"

Stand: 24.11.2021 02:51 Uhr

Gesundheitsminister Spahn hat die Ungeimpften in Deutschland scharf kritisiert. Zugleich schloss er angesichts rasant steigender Fallzahlen einen Teil-Lockdown nicht aus. Auch die Ministerpräsidentenkonferenz könne vorgezogen werden.

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angesichts der Corona-Lage das Verhalten von Ungeimpften beklagt. "Es gibt immer noch diejenigen, die glauben, das Virus könne ihnen nichts anhaben. Diese Menschen würde ich am liebsten auf eine Intensivstation zerren und sie im Angesicht des Leids fragen: Was muss eigentlich noch passieren, damit ihr es kapiert?", sagte Spahn der "Rheinischen Post".

Der CDU-Politiker hält es für möglich, die für den 9. Dezember geplante nächste Ministerpräsidentenkonferenz vorzuziehen. "Wir werden früher handeln müssen. Wir sehen ja, dass in Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen die Lage sehr ernst ist. Wir müssen wohl erstmals Patienten in großem Stil innerhalb Deutschlands verlegen."

Teil-Lockdown nicht ausgeschlossen

Spahn unterstrich, dass er eine allgemeine Impfpflicht weiter ablehne. "Aus staatsbürgerlicher Verantwortung sollte sich jeder impfen lassen. Und für medizinisches Personal sollte es meiner Meinung nach zum Berufsverständnis gehören", erklärte der Minister. Eine allgemeine Impfpflicht aber würde tief in das Verhältnis des Staates zu seinen Bürgern, in die Freiheit des Einzelnen eingreifen. "Und das würde aus großer Spannung nur noch mehr Spaltung machen."

Schärfere Maßnahmen für Veranstaltungen, Bars und Clubs müssten jedoch geprüft werden. Auf die Frage, ob er einen Teil-Lockdown ausschließe, sagte Spahn: "Ausschließen sollte man in dieser Lage gar nichts, so bitter das ist." Wichtig sei allerdings, dass alles getan werde, um Schließungen von Kitas und Schulen zu vermeiden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. November 2021 um 07:20 Uhr.