Gesundheitsminister Jens Spahn (Archivbild) | Bildquelle: Schacht Henning/POOL/EPA-EFE/Shu

Urlaub in Risikogebieten Spahn ordnet Corona-Tests für Rückkehrer an

Stand: 27.07.2020 18:13 Uhr

Ab kommender Woche müssen sich Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten auf das Virus testen lassen. Das hat Gesundheitsminister Spahn angeordnet. Die Tests sollen für die Urlauber kostenlos sein.

Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen sich künftig auf das Virus testen lassen müssen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte der Nachrichtenagentur dpa, er werde "eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anordnen".

Dies diene dem Schutz aller Bürgerinnen und Bürger. "Wir müssen verhindern, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere anstecken und so neue Infektionsketten auslösen", sagte der CDU-Politiker. Die Tests sollen für die Reisenden kostenfrei sein. Spahn teilte die Pläne seinen Amtskollegen aus den Bundesländern in einer Schaltkonferenz mit.

Gültig ab kommender Woche

Grundlage der Testpflicht ist demnach eine Regelung des Infektionsschutzgesetzes. Sie bezieht sich auf eine epidemische Lage von nationaler Tragweite, die der Bundestag für Corona festgestellt hatte.

Damit kann das Bundesministerium Personen, die nach Deutschland einreisen und die wahrscheinlich einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt waren, verpflichten, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Die entsprechende Verordnung soll voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten.

Forderungen aus Bayern

Schon zuvor waren Forderungen nach einer Testpflicht für heimkehrende Urlauber lauter geworden. So setzte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür ein, verpflichtende Tests an Flughäfen. durchzuführen. Dies solle unbedingt und so schnell wie möglich passieren. Er kündigte zudem an, Bayern werde Testzentren an drei großen Grenzübergängen sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg aufbauen. Die dortigen Tests sollten freiwillig sein.

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), sprach sich ebenfalls für verpflichtende Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten aus. Angesichts des hohen Risikos im internationalen Reiseverkehr müsse man streng bleiben, sagte Schwesig NDR. "Ich empfehle, dass sich jeder überlegt, ob eine Reise ins Ausland wirklich notwendig ist." Die Landesregierung prüfe derzeit eine Verschärfung der Quarantäneregel. Wer aus dem Urlaub zurückkehrt und eine Quarantäne vermeiden will, müsste dann zwei negative Corona-Tests vorlegen.

Freiwillige Tests auf Flughäfen

Bereits seit dem Wochenende sind freiwillige Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten auf mehreren deutschen Flughäfen möglich. Wer keinen negativen Test-Befund hat, muss sich wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Hintergrund ist, die Ausbreitung des Virus auch in der Hauptreisezeit einzudämmen, in der Millionen Bundesbürger wieder im In- und Ausland unterwegs sind. Es soll verhindert werden, dass sich infizierte Urlauber aus Regionen mit größeren Corona-Ausbrüchen in Deutschland verteilen.

Welche Staaten als Risikogebiete mit einer erhöhten Infektionsgefahr gelten, legt die Bundesregierung mit dem Robert Koch-Institut (RKI) in einer Liste fest. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 27. Juli 2020 um 22:05 Uhr.

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