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Spahn verteidigt Testpflicht "Keine Frage des Geldbeutels"

Stand: 27.07.2020 20:40 Uhr

Minister Spahn hat in den tagesthemen seinen Plan verteidigt, dass Urlauber aus Risikogebieten sich testen lassen müssen. Nur so könne die Pandemie weiter unter Kontrolle bleiben. Tests seien für alle kostenlos.

Urlauber aus Corona-Risikogebieten sollen sich künftig auf das Virus testen lassen müssen. So will es Gesundheitsminister Jens Spahn. In den tagesthemen verteidigte er sein Vorhaben. Das Infektionsschutzgesetz gebe dies ausdrücklich her, sagte er.

Betroffen von der Verordnung sind vor allem Urlauber, die aus Ländern außerhalb der EU kommen. Spahn hält die Maßnahme für verhältnismäßig. "Wir wollen sicherstellen, dass das Virus nicht aus diesen Ländern zurück nach Deutschland getragen wird", sagte er. Deutschland habe die Pandemie bisher unter großen Mühen unter Kontrolle gebracht.

Jeder, der aus den Hotspots zurückreise, stehe in der Pflicht sich bei den Behörden zu melden. "Leider tun das nicht alle", sagte Spahn. Es sei deshalb wichtig, an Flughäfen und Bahnhöfen verpflichtende Tests durchzuführen.

Infografik: Risikogebiete für Corona-Infektionen |

"Müssen achtsam bleiben"

Die entsprechende Verordnung soll voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten. Spahn stellte klar, dass solche Test natürlich einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte darstellten und gerechtfertigt sein müssen. "Deshalb werde jeden Tag aufs Neue geschaut, welche Gebiete wir zu Risikogebieten erklären", sagte er.

Er warb dafür, dass auch Urlauber, die aus Regionen heimkehren, die keine Risikogebiete sind, sich freiwillig testen zu lassen: "Wir werden die Kosten übernehmen." Es sollte keine Frage des Geldbeutels sein, sich testen lassen zu können. Trotz der geplanten Maßnahme mahnte der Minister weiter zur Vorsicht. "Wir müssen achtsam bleiben."

Testzentren in Bayern geplant

Schon zuvor waren Forderungen nach einer Testpflicht für heimkehrende Urlauber lauter geworden. So setzte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür ein, verpflichtende Tests an Flughäfen durchzuführen. Dies solle unbedingt und so schnell wie möglich passieren. Er kündigte zudem an, Bayern werde Testzentren an drei großen Grenzübergängen sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg aufbauen. Die dortigen Tests sollten freiwillig sein.

Freiwillige Tests auf Flughäfen

Bereits seit dem Wochenende sind freiwillige Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten auf mehreren deutschen Flughäfen möglich. Wer keinen negativen Test-Befund hat, muss sich wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Hintergrund ist, die Ausbreitung des Virus auch in der Hauptreisezeit einzudämmen, in der Millionen Bundesbürger wieder im In- und Ausland unterwegs sind. Es soll verhindert werden, dass sich infizierte Urlauber aus Regionen mit größeren Corona-Ausbrüchen in Deutschland verteilen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 27. Juli 2020 um 22:05 Uhr.