Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.  | Bildquelle: dpa

Forderung von Spahn Bessere Bedingungen für Pfleger

Stand: 20.09.2018 17:08 Uhr

In Deutschland fehlen Tausende Pflegekräfte. Um den Mangel zu bekämpfen, will Gesundheitsminister Spahn die Arbeitsbedingungen verbessern. Über Twitter wehrte sich Spahn gegen eine falsche Interpretation seiner Worte.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt im Kampf gegen die Personalnot in der Pflege auf bessere Arbeitsbedingungen. "Derzeit ist die Pflege der am wenigsten planbare Beruf, den es gibt", sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". Viele Beschäftigte in Heimen und ambulanten Diensten hätten vor diesem Hintergrund ihre Stundenzahl reduziert. "Wenn von einer Million Pflegekräften 100.000 nur drei, vier Stunden mehr pro Woche arbeiten würden, wäre schon viel gewonnen."

Spahn fühlt sich falsch verstanden

Spahn wehrte sich bei Twitter gegen die Interpretation seiner Worte, dass Pflegekräfte einfach nur etwas mehr arbeiten sollten. Er habe darauf hinweisen wollen, dass die Teilzeitquote um über 40 Prozent gestiegen sei. "Auch, weil Beschäftigte sagten, dass bei diesem Stress nicht mehr Stunden möglich seien."

Bei besseren Arbeitsbedingungen rechnet Spahn damit, dass einige Beschäftigte aus der Teilzeit heraus die ein oder andere Stunde mehr machen würden.

Spahn warb vor allem für eine verbesserte Organisation: "Faire Schichtpläne, verlässliche Arbeitszeiten, auch mal drei, vier freie Tage am Stück."

Viele Pfleger können nicht mehr

Hunderttausende Pflegekräfte fühlen sich durch Überlastung, Dauerstress und geringe Bezahlungen ausgezehrt. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds und ver.di. Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung geht davon aus, dass zurzeit 17.000 Stellen allein in Pflegeheimen unbesetzt sind.

Spahn bezeichnete Pflege als "Megathema" in der alternden Gesellschaft. Es handele sich um "ein Thema, das auf jede Familie zukommen wird und das wir nicht einfach wegreformieren können".

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