Jens Spahn | Bildquelle: REUTERS

Spahn plant Schutzschirm Hilfen für Zahnärzte und Therapeuten

Stand: 11.04.2020 11:10 Uhr

Infolge der Corona-Krise geht die Zahl der Patienten bei Zahnärzten und Therapeuten rapide zurück. Das Gesundheitsministerium will ihnen nun unter die Arme greifen und die Hilfen für Berufe im Gesundheitsbereich ausweiten.

Das Bundesgesundheitsministerium will in der Corona-Krise nun auch weitere Gesundheitsberufe finanziell unterstützen. Wie das Ministerium mitteilte, sollen künftig Therapeuten, Zahnärzte und Reha-Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren während der Coronavirus-Pandemie finanziell unterstützt werden.

Ausfälle abmildern

Der Grund dafür seien wegbrechende Patientenzahlen. Mithilfe eines Schutzschirms sollen die Ausfälle abgemildert werden. Die Hilfen sollen kommende Woche in Kraft treten und bereits beschlossene Unterstützungsmaßnahmen etwa für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte ergänzen. "Um gut funktionierende Strukturen zu erhalten, werden wir Verluste abfedern und Liquidität sichern", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Den Plänen des Gesundheitsministeriums nach sollen beispielsweise Physiotherapeuten 40 Prozent ihrer Vergütung aus dem vierten Quartal 2019 als Einmalzuschuss erhalten. Zahnärzte bekämen 30 Prozent der Differenz zwischen angenommener Gesamtvergütung für das laufende Jahr und tatsächlich erbrachter Leistung, hieß es aus dem Ministerium.

Für Reha-Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren sollen künftig 60 Prozent des Tagessatzes für leere Betten erhalten. Insgesamt haben die neuen Hilfen einen Umfang von rund einer Milliarde Euro.

Rettungsschirm für Kliniken, Ärzte und Pfleger

Ende März hatte Spahn bereits Hilfen für Krankenhäuser, Ärzte und Pfleger auf den Weg gebracht. Das Gesetzespaket sieht zusätzliche Gelder für Kliniken vor, wenn sie planbare Operationen und Behandlungen verschieben und so mehr Kapazitäten schaffen für die Versorgung Covid-19-Kranker.

Für jedes frei gehaltene Bett gibt es pauschal 560 Euro pro Tag. Für jede neue intensivmedizinische Behandlungseinheit mit künstlicher Beatmung bekommen Kliniken einen Bonus von 50.000 Euro. Der "Rettungsschirm" könne nach Angaben Spahns bis zu zehn Milliarden Euro umfassen.

Hinweis: In einer früheren Version war die Rede von 970 Millionen Euro, die das Hilfsprogramm umfassen sollte. Wie hoch die Summe konkret ist, blieb im weiteren Verlauf jedoch unklar.

Rettungsschirm für Zahnärzte und Therapeuten
Angela Tesch, ARD Berlin
11.04.2020 18:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. April 2020 um 11:00 Uhr.

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