Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärt die Rechtsverordnung für Corona-Schutzimpfungen. | REUTERS

Spahns Corona-Impfplan "Die Schwächsten zuerst schützen"

Stand: 18.12.2020 12:26 Uhr

Gesundheitsminister Spahn hat den Corona-Impfplan vorgestellt. In der ersten Phase sollen Alte und Pflegebedürftige geschützt werden. Zugleich warnte der Minister: "Der Winter wird noch lang."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Impfverordnung vorgestellt, in der die Reihenfolge der Corona-Schutzimpfungen festgelegt wird. "Wir werden dabei zuerst denjenigen einen Schutz anbieten, die ihn auch besonders benötigen", sagte Spahn. Begonnen werde voraussichtlich ab 27. Dezember mit den Pflegeeinrichtungen und den über 80-Jährigen.

Spahn wies darauf hin, dass jeder zweite Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 Menschen über 80 betreffe. "Die Schwächsten zu schützen, ist das erste Ziel unserer Impfkampagne", sagte der Gesundheitsminister. Dies werde ein bis zwei Monate dauern. Erst dann werde man darüber nachdenken, das Impfangebot auszuweiten. "Das heißt für uns alle: Der Winter wird noch lang."

"Besonders Verwundbare schützen"

Auch Ärzte und Ärztinnen, Pflegerinnen und Pfleger in Kliniken gehörten zur ersten Priorität. Aber in den ersten Tagen werde zuallererst in den Pflegeeinrichtungen geimpft. Alle anderen bat der Minister erneut um Geduld. "Ich bitte sie darum abzuwarten, bis auch sie an der Reihe sind. Wir beginnen zuerst mit den Älteren, den Hochbetagten, denjenigen, die sie pflegen und betreuen, um genau diese besonders Verwundbaren zu schützen."

Der Minister betonte, dass er sich bei der ersten Impfgruppe nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) richte. Dazu gehörten auch etwa die Intensivmediziner in den Covid-19-Intensivstationen, die besonders von Ansteckung bedroht sind.

Impfen in vier Stufen

Die Verordnung weicht von der Stiko-Empfehlung jedoch etwas ab und priorisiert statt in sechs in vier Stufen. Zum Teil seien aus praktischen Gründen in der Rechtsverordnung die Gruppen zusammengeführt worden, erklärte Spahn.

In der ersten Stufe werden zusammengefasst Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen, Personen im Alter ab 80 Jahren, Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen, zum Beispiel der Rettungsdienst und Notärzte, Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen, Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege sowie andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern.

Nach Alter und Vorerkrankungen priorisiert

Zur zweiten Kategorie mit hoher Priorität zählen demnach alle Menschen ab 70 Jahren sowie Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren dürfen sich dann impfen lassen.

Danach folgen in einer dritten Gruppe verschiedene Altersgruppen, Personen mit verschiedenen Vorerkrankungen, Berufsgruppen und weitere Gruppen sowie zuletzt alle Personen unter 60 Jahren ohne genannte Vorerkrankungen oder Berufe.

Die Verordnung sieht zudem vor, dass Impfwillige anhand von Dokumenten oder ärztlichen Bescheinigungen nachweisen müssen, dass sie zu einer der Gruppen zählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Dezember 2020 um 12:00 Uhr.

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Moderation 18.12.2020 • 18:00 Uhr

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