Jens Spahn | EPA

Baldige Herdenimmunität erwartet Spahn rechnet mit Pandemie-Ende im Frühjahr

Stand: 22.09.2021 07:30 Uhr

Im Frühjahr 2022 könnte die Corona-Pandemie nach Einschätzung von Gesundheitsminister Spahn überwunden sein. Dann sei die Herdenimmunität erreicht, sagte er in einem Interview. Die Frage sei nur, ob dies durch Impfungen oder Ansteckungen geschehe.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet bis zum kommenden Frühjahr eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus und damit das Ende der Pandemie in Deutschland.

"Wenn keine neue Virusvariante auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr überwunden und können zur Normalität zurückkehren", sagt der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen".

Spahn: Impfung ist "der sichere Weg"

Die Frage sei nur, ob die Herdenimmunität durch Impfung oder Ansteckung erreicht werde. "Die Impfung ist definitiv der sicherere Weg dorthin", so Spahn. "Und wenn ich auf die Krankenhäuser schaue, dann muss ich sagen: Es ist ein Weg, der nicht nur für einen selbst, sondern für viele andere auch, etwa für die Pflegekräfte, eine geringere Belastung bedeutet."

Je höher die Impfquote und je niedriger die Infektionsquoten seien, desto besser könne man auch die Kinder schützen, die sich noch nicht impfen lassen könnten, so Spahn.

Inzidenz sinkt weiter

Einer Aufhebung der Corona-Maßnahmen, wie es Großbritannien am sogenannten "Freedom Day" gemacht hat, erteilte Spahn dagegen erneut eine Absage. "Dafür ist die Impfquote noch nicht hoch genug. Aber wenn ich so im Land unterwegs bin, habe ich schon das Gefühl, dass ziemlich viel 'Freedom' schon wieder möglich ist", so Spahn. Man solle nicht vergessen, dass der Impfstoff schon wieder viel normales Leben ermöglicht habe.

Indes ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland weiter rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert mit 65,0 an. Gestern hatte der Wert bei 68,5 gelegen, vor einer Woche bei 77,9.

Mehr als 10.000 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages zudem 10.454 Neuinfektionen - vor einer Woche waren es noch mehr als 12.000 Ansteckungen. Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 71 Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 1,63 an. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen der hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

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