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Spahn zu Corona-Mutation Deutschland stoppt Flüge aus Großbritannien

Stand: 21.12.2020 00:09 Uhr

Wegen der neuen Variante des Coronavirus ist der Flugverkehr von Großbritannien nach Deutschland eingestellt. Seit Mitternacht sind Landungen aus Großbritannien untersagt, bestätigte Gesundheitsminister Spahn im Bericht aus Berlin.

Die Bundesregierung verhängt wegen einer neuen Variante des Coronavirus ein Verbot von Flügen aus Großbritannien und Nordirland. Das sagte Gesundheitsminister Jens Spahn im Bericht aus Berlin. Wie zudem das Bundesverkehrsministerium mitteilte, berufe man sich dabei auf eine EU-Verordnung. Mit dieser könne die Regelung zunächst bis zum 31. Dezember gelten.

Eine weiterreichende Regelung für die Zeit ab dem 1. Januar und ein Einreisebeschränkung auch für Südafrika sollen dann heute über eine Kabinettsabstimmung im Umlaufverfahren auf den Weg gebracht werden, sagte Spahn. Auch im afrikanischen Land war eine vergleichbare Mutation aufgetreten.

Gesundheitsminister Spahn zum Flugstopp aus Großbritannien
Bericht aus Berlin, 20.12.2020

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Spahn mahnt, auf Reisen zu verzichten

Spahn appellierte erneut an die Bevölkerung, die Kontakte - insbesondere zu Weihnachten - zu reduzieren. "Es geht nicht darum, dass jeder die Regeln ausreizt. Die allermeisten Bürgerinnen und Bürger machen es nicht, sondern bemühen sich, Weihnachten im engsten Familienkreis zu feiern." Auf nicht notwendige Reisen solle man verzichten.

In Deutschland ist die neue Virus-Variante laut Spahn noch nicht nachgewiesen worden. Die Bundesregierung und das Robert Koch-Institut stünden im engen Austausch mit anderen europäischen Staaten - auch mit Großbritannien selbst -, um die Folgen der Mutation zu evaluieren. "Die deutlich schnellere Übertragbarkeit, wie sie in diesem Fall vermutet wird, die würde natürlich viel verändern und deshalb ist es wichtig, den Eintrag nach Deutschland, auf Kontinentaleuropa zu unterbinden."

Weitere Länder stoppen Flugverkehr

Für den See- und Straßenverkehr mit Großbritannien arbeitet die EU laut Insidern noch an einer gemeinsamen Entscheidung zu Einschränkungen. Mehrere EU-Länder haben angesichts der rasanten Ausbreitung der neuen Variante des Coronavirus in England bereits ihren Flugverkehr mit Großbritannien gestoppt oder dies angekündigt. Dazu zählen die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Italien, Österreich, Frankreich und Irland.

Markus Preiß, ARD Brüssel, zur Reaktion der EU auf die Lage in Großbritannien
tagesschau 20:00 Uhr, 20.12.2020

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in der Sache zuvor bereits mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und den Spitzen der EU - Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie Ratspräsident Charles Michel - telefoniert.

Experten: "Derzeit kein Grund für Alarm"

Die Virus-Mutation ist nach britischen Behördenangaben bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form und weitet sich vor allem in London und Südostengland rasant aus. Für die Region ordneten die Behörden einen Shutdown mit Ausgangs- und Reisesperren an. Premierminister Boris Johnson hatte am Samstag betont, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien.

"Ich sehe da derzeit keinen Grund für Alarm", sagte Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel. Und Andreas Bergthaler von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (CeMM) in Wien hält die derzeitige Entwicklung nicht für "wahnsinnig alarmierend". Dass Mutationen auftauchen, sei nicht ungewöhnlich. Derzeit wisse man nicht, ob die beobachteten Veränderungen die Eigenschaften des Erregers überhaupt entscheidend verändern.

Mit Blick auf die Wirksamkeit der Impfung betonen die Experten, dass der Impfstoff eine Immunreaktion gegen gleich mehrere Virusmerkmale erzeugt. Veränderungen einzelner Merkmale würden deshalb nicht dazu führen, dass das Immunsystem den Erreger nicht mehr erkenne, sagte Neher. Man müsse die weitere Dynamik genau beobachten.

Über dieses Thema berichtete Bericht aus Berlin am 20. Dezember 2020 um 18:05 Uhr.

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