Sendungsbild

Göring-Eckardt im ARD-Sommerinterview "Klartext reden mit Erdogan, Putin und Trump"

Stand: 02.07.2017 20:00 Uhr

Die grüne Spitzenkandidatin Göring-Eckardt würde vieles anders machen, würde sie als Kanzlerin Gastgeberin des G20-Gipfels sein. Vor allem würde sie Klartext reden mit Erdogan, Putin und Trump, sagte sie im ARD-Sommerinterview.

Am Nachmittag war die grüne Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt in Hamburg, um an einer Protestveranstaltung gegen den G20-Gipfel teilzunehmen. Kann die Partei deshalb wie früher als Protestpartei bezeichnet werden? Knüpft sie an die rebellischen Zeiten der Vergangenheit an? Ja, aber nicht ganz.

Am frühen Abend war Göring-Eckardt schon wieder in Berlin und sagte im ARD-Sommerinterview, die Grünen seien beides: als Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland "bürgerlich, im wahrsten Sinne des Wortes", aber auf der anderen Seite auch rebellisch. "Wenn man dieses Land erhalten will, wenn es so bleiben soll, dass wir gut zusammen leben, wenn man den Klimawandel stoppen will, dann muss man viel verändern", sagte sie. Angepasst seien die Grünen aller Vorwürfe zum Trotz jedoch nicht.

Sommerinterview mit Katrin Göring-Eckardt, Bündnis 90/Die Grünen
Bericht aus Berlin 18:30 Uhr, 02.07.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Merkel sitzt das Problem aus"

Die Grünen wollen Verantwortung übernehmen. Das stellte Göring-Eckardt sofort zu Anfang des Gesprächs mit den Korrespondenten des ARD-Hauptstadtstudios, Tina Hassel und Thomas Baumann, heraus. Die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel kritisiert sie vor allem im Hinblick auf die Klimapolitik. "Der Kohlendioxidausstoß ist ganz genau so geblieben in den letzten acht Jahren. Die Kanzlerschaft von Angela Merkel hat nicht dazu geführt, dass wir weniger CO2 ausstoßen." Merkel sitze das Problem aus. Ihre Kritik richtete Göring-Eckardt ebenfalls an den US-Präsidenten Donald Trump, der den Klimawandel leugne.

Auf die Frage, was denn eine grüne Kanzlerin Göring-Eckardt als Gastgeberin des G20-Gipfels anders machen würde sagte sie, sie würde zunächst einmal zu Hause etwas ändern. Das heißt, die Klimaziele einhalten und "aus der Kohle aussteigen". Darüber hinaus müsse man "Klartext" reden "mit Herrn Erdogan, mit Herrn Putin und mit Herrn Trump".

Sich Erdogan nicht ausliefern

"Dort, wo es Menschenrechtsverletzungen gibt, muss man sie ansprechen. Man kann sich Herrn Erdogan nicht ausliefern, auch nicht in der Flüchtlingsfrage." Für andere gelte das gleiche. "Diese 20 Länder haben eine hohe Verantwortung. Sie stellen zwei Drittel der Weltbevölkerung, und sie produzieren mehr als drei Viertel des Klimagases Kolendioxid." Das Sprechen, das Darüber-Reden und das Im-Gespräch-Bleiben sei wichtig. "Aber Klartext und klare Kante eben auch", so die Spitzenkandidatin.

In der Frage, ob der türkische Staatschef Erdogan das Recht zu einem Auftritt in Deutschland haben solle, sieht sich Göring-Eckardt in einem Dilemma. Meinungsfreiheit sei ein wichtiges Gut. Aber: "Ein Bürger Erdogan - da, würde ich sagen, da müssen wir das aushalten. Da müssen wir das ertragen - egal, wer das aus der Türkei ist. Bei einem Staatsgast reden wir über etwas anderes."

Alle Koalitionen möglich - fast

Göring-Eckardt forderte friedliche Demonstrationen während des G20-Gipfels in Hamburg. Über Gewalt würden sich nur Erdogan, Trump und Putin nur freuen, sagte sie. Zur inneren Sicherheit gehöre eine Polizei, "die ganz klare Grenzen setzt". Deutschland sei ein Land der Vielfalt und Offenheit, aber auch der Verbindlichkeit.

Die Bundestagswahl sei eine Richtungsentscheidung, betonte sie. Auf mögliche Koalitionen wollte sie sich nicht festlegen. "Wir machen einen Wahlkampf, der grün ist. Und wir sagen, was für uns die zentralen Punkte sind." Das Spektrum gehe vom Kohleausstieg und dem Klimawandel über die Agrarpolitik bis hin zur Bekämpfung der Kinderarmut und zur Bewahrung "der sicheren, der freien, der offenen Gesellschaft".

"Zum ersten Mal ist es so, dass wir uns nicht in Abhängigkeit von einer anderen Partei definieren", sagte Göring-Eckardt. Bis auf die AfD würde sie mit jeder Partei eine Koalition eingehen. Anders als Robert Habeck, der in Kiel zwar gerade eine Jamaika-Koalition geschlossen hat, dies aber für den Bund ablehnt, sieht sie ein Bündnis mit CDU und FDP auch als taugliches Modell für die Bundesebene - selbst mit dem CSU-Politiker Joachim Herrmann als Innenminister. In einer Koalition gehe es um Zusammenarbeit, so Göring-Eckardt. Und diese müsse mitunter hart verhandelt werden.

Korrespondentin

Tina Hassel Logo WDR

Tina Hassel, WDR

@TinaHassel bei Twitter

Korrespondent

Thomas Baumann, MDR Logo MDR

Thomas Baumann, MDR

Darstellung: