Viele Menschen am Strand von Warnemünde, Mecklenburg-Vorpommern. | dpa

Hitze-Wochenende Badeorte raten von Anreise ab

Stand: 08.08.2020 16:00 Uhr

An Nord- und Ostsee warnen mehrere Strandbäder wegen des Ansturms vor der Anreise. Viele Strände und Badeseen sind angesichts der tropischen Temperaturen überfüllt. Aber auch die Waldbrandgefahr steigt. Abkühlung ist nicht in Sicht.

Wegen des starken Andrangs an den Nord- und Ostseestränden in Schleswig-Holstein haben viele Kur- und Badeorte dringend von weiteren Anreisen abgeraten. Gerade an der Ostsee hätten bereits mittags viele Strände ihre maximale Kapazität erreicht, teilten die Tourismus- und Kurdirektionen mit. In der Lübecker Bucht sei es dabei besonders voll.

Strandampeln auf Rot

Die Strandampel auf der Website strandticker.de stand vielerorts auf rot. An der Nordsee war es vor allem in St. Peter-Ording eng - allerdings nicht wegen voller Strände: Vielmehr seien verstopfte Zufahrten das Problem, teilte die Tourismusdirektion mit. Eine Anreise sollte seit Mittag nicht mehr möglich sein, Autos würden bereits abgeschleppt.

Mit Hilfe der Internetseite wollen die Orte an der Lübecker Bucht die Strandbesucher zu weniger frequentierten Bereichen umleiten, damit die wegen der Corona-Pandemie geltenden Abstandsregeln am Strand eingehalten werden können.

Ansturm auf Badeseen

Hochbetrieb herrscht auch an vielen Badeseen. In Berlin stand das Strandbad Müggelsee mittags kurz vor der Schließung. Die Polizei bat darum, sich nicht mehr auf den Weg dorthin zu machen, die Obergrenze sei schon fast erreicht. In Brandenburg musste das Seebad Prenzlau wegen des Andrangs bereits seine Türen vorübergehend schließen.

Geduld auch im Freibad

Geduld ist in den kommenden Tagen auch beim Besuch eines Freibades angesagt. Durch die coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln haben die meisten Freibäder eine begrenzte Kapazität. Es wird geraten, sich vorher auf der jeweiligen Internetseite zu informieren und am besten ein Online-Ticket zu kaufen.

Trinkwasserversorgung zusammengebrochen

Im niedersächsischen Lauenau brach die Trinkwasserversorgung aufgrund des hohen Wasserverbrauches zusammen. "Wir bitten Sie, sich mit Trinkwasser für das Wochenende selbst zu versorgen", erklärte die Feuerwehr.

Tropische Temperaturen

Das schweißtreibende Wetter bleibt Deutschland am Wochenende und zum Start in die neue Woche erhalten. "Eigentlich lässt sich das Wetter für das Wochenende und die neue Woche mit einem Wort beschreiben: 'heiß'", sagte Meteorologin Magdalena Bertelmann vom Deutschen Wetterdienst DWD. Nach einem heißen Samstag bringen Hoch "Emil" über Nordeuropa und Hitzetief "Heike" über Spanien und Frankreich weiter heiße Luft nach Deutschland. Die Temperaturen steigen auf bis zu 38 Grad.

Auch nachts mindestens 20 Grad

Die Gefahr von Hitzegewittern nimmt von Tag für Tag zu. Am Sonntag steige im Osten und den Mittelgebirgen die Gefahr von Gewittern, ohne dass man bis Mitte nächster Woche von einer ausgewachsenen Gewitterlage sprechen könnte, teilte der DWD mit.

Die Temperaturen würden sich dabei die ganze Zeit über in einem ähnlich heißen Rahmen bewegen. Meist liegen den Meteorologen zufolge die Höchstwerte zwischen 32 und 36, im Westen wird es mit bis zu 38 Grad am heißesten. Etwas kühler bleibe es lediglich an den Küsten und an den Alpen. Und auch die Nachttemperaturen fallen nicht unter 20 Grad.

Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Frau taucht im Inselbad ins Becken ein. | dpa

Der Sprung ins kühle Nass: Auf diese Idee kamen viele am Samstag - in manchen Strandbädern zu viele. Bild: dpa

Am Freitag in NRW am wärmsten

Am Freitag war es mit rund 36 Grad in Nordrhein-Westfalen am heißesten. Der Höchstwert wurde laut DWD mit 36,2 Grad in Tönisvorst gemessen, es folgten Köln mit 35,7 Grad und Kleve mit 35,6 Grad. Von einem Temperaturrekord in Deutschland ist die hochsommerliche Hitze aber noch einige Grad entfernt - im Juli des vergangenen Jahres wurde die 42-Grad-Marke geknackt.

Die Trockenheit in weiten Teilen des Landes bedeutet eine hohe Waldbrandgefahr. Fast bundesweit gilt nach DWD-Angaben die zweithöchste Gefahrenstufe 4, in Teilen Ostdeutschlands sogar die höchste Warnstufe 5.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. August 2020 um 17:00 Uhr.