Skifahrer am Fellhorn | Bildquelle: picture alliance / imageBROKER

Corona-Krise Diese Skisaison wird anders

Stand: 06.10.2020 16:16 Uhr

Während in Tirol eine Reisewarnung gilt, machen sich in Deutschland die Skigebiete bereit für die neue Saison - mit ganz unterschiedlichen Hygienekonzepten und Hoffnungen.

Von Astrid Uhr, BR

Ursprünglich hatten sie schon ihren Winterurlaub in Tirol gebucht. Aber seitdem das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für Tirol ausgesprochen hat, verlegen nun offenbar viele Deutsche ihren Urlaub nach Bayern. "Als die Reisewarnung herausgekommen ist, hat bei uns das Telefon nicht mehr aufgehört zu klingeln. Die Gäste, die in Tirol gebucht haben, wollten umbuchen", sagt Pascal Woerlé. Er führt ein Hotel in den Allgäuer Alpen, in der Skiregion Oberjoch, an der Grenze zu Tirol. Die Buchungen lassen ihn optimistisch auf den Winter blicken.

Seine Beobachtungen: Obwohl viele Deutsche wegen der Corona-Pandemie verunsichert sind, wollen sie auch weiterhin Winter- und Wellness-Urlaub machen. Woerlé sagt, die Tourismus-Branche in Bayern könne auf ein bewährtes Hygienekonzept zurückblicken. Im Sommer hätten seine Mitarbeiter bewiesen, dass sie die Abstandsregeln einhalten können.

Auch bei Simone Zehnpfennig vom Tourismusverband Allgäu melden sich viele Urlauber und Reiseveranstalter, die ihren Ski- oder Wander-Urlaub von Tirol oder Frankreich nach Bayern verlegen wollen. "Die Schwierigkeit liegt darin, Kapazitäten und ein Ersatzprogramm zu finden. Das ist wiederum die Chance für weniger bekannte Regionen", sagt sie.

Noch lässt sich nicht konkret mit Zahlen belegen, wie zahlreich die Winterurlauber kommen werden. Das hängt nach Angaben von Barbara Radomski, Geschäftsführerin von Bayern Tourismus, auch von anderen Faktoren ab, zum Beispiel von der Schneelage. "Zudem lässt sich momentan noch nicht abschätzen, ob im Januar und Februar alternative Reiseziele im Süden besucht werden können."

Skisaison trotz Corona
Mittagsmagazin, 06.10.2020, Sabine Schmalhofer, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Gondeln nicht voll besetzt

Das Ziel der bayerischen Tourismusbranche ist, großes Gedränge zu entzerren. Deswegen werden beispielsweise nicht alle Gondeln und Sessellifte voll besetzt. So lasten die Bergbahnen in Oberstorf/Kleinwalsertal nur 80 Prozent ihrer Kabinen und Sessellifte aus. Die Tegelbergbahn bei Füssen hält in ihren Kabinen Distanz zwischen den Fahrgästen durch Plexiglasscheiben. Außerdem wird die Gästezahl pro Kabine um die Hälfte reduziert.

Für mehr Abstand zwischen den Gästen sorgt man auch in Reit im Winkl. Dort sollen die Langlaufloipen in der Breite verdoppelt werden, an Straßenübergängen größere Aufenthaltsbereiche geschaffen werden und zusätzlich markierte Schneeschuhtouren angeboten werden.

Letztlich spiele das konkrete Verhalten der einzelnen Gäste eine entscheidende Rolle, meint Barbara Radomski, Geschäftsführerin von Bayern Tourismus. "Wenn jeder eigenverantwortlich handelt und sich an die Regeln hält, werden wir gemeinsam eine gute Wintersaison erleben."

Auch andere Skigebiete fordern Maske

Wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, etwa beim Anstehen am Lift, sollen die Urlauber Mund und Nase bedecken. Dafür empfiehlt sich ein Schlauchschal, der schnell hochgezogen werden kann, rät Michael Reidlinger von den Bergbahnen Hindelang.

Auch im Skigebiet Willingen im Sauerland müssen die Wintersportler im gesamten Kassen- und Anlagenbereich eine Maske tragen, hier werden selbst Atteste auf Masken-Befreiung nicht akzeptiert. Ebenfalls gilt die Maskenpflicht auf den Ski-Pisten der hessischen Rhön auf der Wasserkuppe.

Kein Après-Ski

Nach Angaben von Florian Weindl, Leiter der Tourist Information von Reit im Winkel, sind Großveranstaltungen abgesagt. Nach derzeitigem Stand würden auch keine Tanzabende erlaubt sein. Après-Ski wird also kaum oder nur sehr eingeschränkt stattfinden.

Antzyklisch planen

Früh auf die Piste, früh aufhören: Wer Menschenmassen umgehen will, sollte seinen Urlaubstag antizyklisch planen. Außerdem empfiehlt Hubert Holzheu von der Skischule Ostrachtal, die Mittagszeit auf der Hütte zu umgehen. "Wir bieten extra Skikurse ohne Mittagspause an, also Vormittagskurse oder Nachmittagskurse."

Wenn alles nach Plan läuft, sollen in Garmisch und im Allgäu die ersten Lifte am 12. Dezember laufen. Im Fichtelgebirge ist der Start für den 18. Dezember vorgesehen. Vorausgesetzt, es liegt dann genügend Schnee.

Über dieses Thema berichtete das mittagsmagazin am 06. Oktober 2020 um 13:00 Uhr.

Darstellung: