Silvester am Brandenburger Tor | Bildquelle: dpa

Silvester in Deutschland Party ins neue Jahr

Stand: 01.01.2020 15:28 Uhr

In  Deutschland haben die Menschen den Jahreswechsel gefeiert. Hunderttausende bejubelten das Feuerwerk am Brandenburger Tor. Die Schattenseiten: Schwerverletzte durch Feuerwerk, eine arbeitsintensive Nacht für die Polizei.

Wieder ist ein Jahr vorbei - auch in Deutschland haben die Menschen den Beginn von 2020 gefeiert. Die größte Silvesterparty des Landes fand wieder in Berlin am Brandenburger Tor statt: Zu der Partymeile kamen Hunderttausende Menschen und bejubelten das enorme Feuerwerk, das den Nachthimmel über der Hauptstadt erleuchtete.

Zuvor hatten unter anderem Kerstin Ott, die schwedische Rockband Mando Diao und The Rasmus für ausgelassene Stimmung gesorgt. Der Andrang zu der Party war dabei erneut so groß, dass die Zugänge bereits gegen 20.00 Uhr geschlossen wurden.

Böllerverbot am Alexanderplatz

Noch vor der Silvesternacht war bundesweit eine Debatte über den Sinn und Unsinn von Böllerei angesichts von Klimaschutz sowie Lärm und Aggressionen entbrannt. Zum ersten Mal waren in der deutschen Hauptstadt Raketen und Böller nicht nur auf der Partymeile verboten, sondern auch in einigen anderen Bereichen - unter anderen galt rund um den Alexanderplatz ein Böllerverbot. Wer dennoch Raketen und Böller mitbrachte, musste sie abgeben - genauso wie Flaschen und spitze Gegenstände.

Polizisten und Passanten stehen an einem Kontrollpunkt am Alexanderplatz. Dort herrscht an diesem Silvester Böllerverbot. | Bildquelle: dpa
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Polizisten und Passanten stehen an einem Kontrollpunkt am Alexanderplatz. Dort war ein Böllerverbot verhängt worden.

Berliner Feuerwehr 1523 Mal im Einsatz

Die Berliner Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, sprach aber von einem vergleichsweise normalen Einsatzaufkommen für einen Silvesterabend in der Hauptstadt. Während der Silvesterfeier am Brandenburger Tor wurden drei Verdächtige wegen sexueller Belästigung von Frauen festgenommen. Auch auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz wurde eine Frau sexuell belästigt; ein 19 Jahre alter Verdächtiger wurde festgehalten und der Polizei übergeben.

Für die Berliner Feuerwehr war es unterdessen eine sehr arbeitsintensive Nacht. Sie war 1523 Mal im Einsatz - das war deutlich häufiger als im Jahr zuvor mit 1385 Einsätzen. Zwischen 19.00 und 6.00 Uhr wurden die Feuerwehrleute allein 617 Mal zu Bränden gerufen, wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte. Auch diese Zahl lag deutlich höher als in der Silvesternacht 2018/19 mit 432 Bränden. Rettungskräfte in der Hauptstadt halfen in 940 Fällen, 894 waren es im Jahr davor. Hinzu kamen 100 sonstige Einsätze. Laut Feuerwehr gab es 24 Übergriffe auf Einsatzkräfte, das waren weniger als Silvester vor einem Jahr, als 49 Übergriffe gezählt wurden.

Zwischenfälle mit Feuerwerk überschatten Silvesterfeiern
tagesschau 20:00 Uhr, 01.01.2020, Griet von Petersdorff, RBB

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"Komplette Hand pulverisiert"

Unfallchirurgen in der Hauptstadt waren im Dauereinsatz. Im Unfallklinikum Berlin waren die elf Operationssäle "die ganze Nacht über im Vollbetrieb", teilte ein Sprecherin mit. In einem Fall sei "die komplette Hand pulverisiert worden". In mehreren Fällen hätten Finger amputiert werden müssen. Die allermeisten Verletzten seien Männer, bei denen in der Regel Alkohol und Imponiergehabe mit im Spiel seien. Die allerwenigsten Verletzten seien Frauen: Sie seien zumeist passiv durch böllernde Männer verletzt worden. "Der männlichen Experimentierfreude sind offenbar keine Grenzen gesetzt", merkte die Sprecherin an.

Polizist in Leipzig schwer verletzt

Bei Ausschreitungen in Leipzig wurden vier Polizisten verletzt, einer von ihnen schwer. Der 38-Jährige habe im Krankenhaus notoperiert werden müssen, nachdem er von Gewalttätern angegriffen worden sei und das Bewusstsein verloren habe, teilte die Polizei mit. Bei dem Einsatz im linksalternativen Viertel Connewitz seien die Beamten massiv mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen worden.

Sachsens Innenminister Roland Wöller sprach von "bewussten und gezielten Angriffen auf Menschenleben". Es seien "schwere Straftaten" begangen worden. Vertreter der linken Szene widersprachen der Darstellung. Sie beklagten eine Abschreckungskulisse sowie Schikanen und Provokationen vonseiten der Polizei.

Polizisten stehen an einer Kreuzung im Stadtteil Connewitz. | Bildquelle: dpa
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Im Leipziger Stadtteil Connewitz gab es schwere Zusammenstöße.

Streifenwagen in Hamburg angezündet

In Hamburg zündeten Unbekannte einen Streifenwagen der Polizei mit Böllern an. Die Polizisten seien im Einsatz gewesen und nicht am Wagen, als die Täter zuerst eine Scheibe am Auto einschlugen, wie ein Sprecher sagte. Die Unbekannten hätten dann durch das kaputte Fenster Böller in den Wagen geworfen - dieser sei daraufhin komplett ausgebrannt.

In der Wohnung gegrillt

In Gütersloh erlitten am Silvesterabend elf Menschen eine Kohlenmonoxidvergiftung. Sie hatten einen Grill in einer Wohnung benutzt. Zwei Menschen wurden dabei so schwer verletzt, dass sie in eine Spezialklinik mit Druckkammer gebracht werden mussten, wie die Polizei mitteilte. Neun Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Großbrand im Krefelder Zoo

Im Krefelder Zoo brannte in der Silvesternacht das Affenhaus. Mehr als 30 Tiere wurden getötet, nur zwei Schimpansen überlebten verletzt. Brandursache war nach ersten Erkenntnissen der Polizei offenbar fahrlässige Brandstiftung.

Das Affenhaus des Krefelder Zoos nach dem Brand in der Silvesternacht. | Bildquelle: dpa
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Das Affenhaus des Krefelder Zoos nach dem Brand in der Silvesternacht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Januar 2020 um 03:25 Uhr.

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