Schauspieler Siegfried Rauch

Trauer um Schauspieler Siegfried Rauch gestorben

Stand: 12.03.2018 09:28 Uhr

Der Schauspieler Siegfried Rauch ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren nach einem Treppensturz. Rauch war als "Traumschiff"-Kapitän bekannt geworden und spielte zuletzt in der TV-Serie "Bergdoktor" mit.

Siegfried Rauch ist im Alter von 85 Jahren bei einem Treppensturz in seinem Wohnort Untersöchering südlich von München gestorben. "Er starb noch an der Unfallstelle", teilte sein Management mit. Um die genaue Todesursache herauszufinden, werde der Leichnam obduziert.

Rauch war in der Rolle des "Traumschiff"-Kapitäns Jakob Paulsen bekannt geworden. Von 1999 bis 2013 war er das Gesicht des "Traumschiffs".

Siegfried Rauch | Bildquelle: dpa
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Rauch in seiner wohl bekanntesten Rolle als "Traumschiff"-Kapitän.

Grab mit Alpenblick selbst ausgesucht

Wenn Rauch über sein Leben sprach, klang das meist pragmatisch: Als er sein Studium der Architektur in München abbrechen wollte, hielt ihn das gute und günstige Mensaessen an der Uni, erzählte er kurz vor seinem 85. Geburtstag. Also studierte er einfach etwas anderes und kam so über Umwege zur Schauspielerei.

Pragmatisch war Rauch auch, wenn es um das Leben und den Tod ging. Das Schicksal habe alles in der Hand, da sei er sich sicher. Und auch, dass es da "irgendetwas zwischen Himmel und Erde gibt, was wir nicht so ganz begreifen können", war für ihn ausgemacht. Überraschen lassen wollte er sich aber nicht von diesen Kräften und suchte sich daher schon vor vielen Jahren einen Platz auf dem Friedhof aus - mit Alpenblick.

Schauspieler Siegfried Rauch ist gestorben
tagesschau 17:00 Uhr, 12.03.2018, Martin Voglmaier, BR

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Immer herzlich und hilfbereit

Die Rolle des "Traumschiff"-Kapitäns Jakob Paulsen prägte das Leben des Bayern besonders und passte wohl auch am besten zu ihm. Kapitän Paulsen hatte eigentlich nie schlechte Laune, unfreundlich war er auch nie, hilfsbereit und herzlich dagegen immer. Die Uniform adrett und blendend weiß, dazu dieses vertrauenswürdige Lächeln - diesen Blick verlernte Rauch nie. "Ein Kapitän muss etwas Väterliches haben", sagte Rauch einmal - und mit seiner Ruhe und Gelassenheit das auch ausgestrahlt.

Anfang der 1970er Jahre gelang ihm der schauspielerische Durchbruch: 1971 spielte er im Klassiker "Le Mans" an der Seite seines guten Freundes Steve McQueen einen Rennfahrer und überzeugte dabei ohne viele Worte. Der Sprung nach Hollywood wäre möglich gewesen, doch die bayerische Heimat war Rauch wichtiger als das große Geld in Amerika. In der ländlichen Idylle mit Blick auf die Alpen fühlte er sich wohl, seit 1973 lebte er in einem Bauernhaus in der Nähe von Murnau. "Wenn ich arbeite, muss ich glücklich sein, und das kann ich nur in meinem Bauernhaus in Bayern und mit meiner Familie", sagte er einmal in einem Interview.

TV-Karriere statt Hollywood

Statt auf den Kinoleinwänden war Rauch immer öfter im Fernsehen zu sehen. So jagte er etwa in der Familienserie "Es muss nicht immer Kaviar sein" ab 1977 als Spion Thomas Lieven über den Fernsehschirm - und zeigte dabei seine charmante Seite. Ab 1999 war Rauch dann für 14 Jahre das Gesicht des "Traumschiffs". Bis ins hohe Alter stand er noch als Dr. Roman Melchinger in "Der Bergdoktor" vor der Kamera.

Siegfried Rauch signiert Autogrammkarten | Bildquelle: dpa
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Auch mit seiner letzten Rolle in der TV-Serie "Der Bergdoktor" erfreute sich Rauch einer großen Fangemeinde.

Erst 2015 erfüllte sich Rauch einen Lebenstraum und veröffentlichte die CD "Moonlight & Lovesongs". "Früher spielten Männer abends vorm Schlafzimmerfenster ihrer Angebeteten auf der Gitarre. Heute sind nur noch Italiener wahre Romantiker", sagte er dazu in einem Interview. Mehr als 30 Jahre zuvor hatte er schon mal eine Platte herausgebracht.

Seetüchtiger Bayer

Der vom Ammersee stammende Rauch blieb dem Wasser auch nach seinem Abschied vom "Traumschiff" treu: Das Segeln wurde seine liebste Freizeitbeschäftigung, wie er in einem Interview erzählte. "Ich bin jetzt Kapitän auf meinem eigenen Segelboot." Auch bei den Dreharbeiten habe er von seiner Seetauglichkeit profitiert. "Je mehr es auf dem Wasser wackelt und schaukelt, umso wohler fühle ich mich", erzählte er 2015.

Rauch war seit 1964 mit seiner Frau Karin verheiratet und hat mit ihr zwei Söhne. Von seinen Zuschauern wurde er für seine sanfte und bodenständige Art mit großer Beliebtheit belohnt. Ihm selbst war das eher suspekt. "Meine zwei Söhne sagen dazu immer: "Weil du so bist, wie du bist", sagte Rauch vor seinem 85. Geburtstag - und blieb wie so oft pragmatisch: "Wieso soll ich denn auch anders sein?"

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. März 2018 um 07:00 Uhr.

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