Demonstrationen Seenotrettung | Bildquelle: dpa

Bundesweite Demonstrationen Solidarität mit Seenotrettern

Stand: 06.07.2019 17:45 Uhr

Bundesweit haben Tausende Menschen gegen die Kriminalisierung ziviler Seenotretter demonstriert. Die Bundesregierung solle Verantwortung übernehmen und Mittelmeer-Flüchtlinge vorerst aufnehmen, forderten die Organisatoren.

Aus Solidarität mit den Seenotrettern im Mittelmeer haben bundesweit Tausende Menschen für die Rechte von Schiffbrüchigen und Geflüchteten demonstriert. In Berlin und vielen anderen Städten wurde ein Appell der Kapitänin Carola Rackete über Lautsprecher übertragen: "Man kann von der Bundesregierung erwarten, dass sie mutig vorangeht und sagt: Wir nehmen jetzt bis auf Weiteres alle auf, die auf dem Mittelmeer gerettet werden. (...) Das sind ein paar Hunderte oder Tausende im Moment, die da übers Mittelmeer kommen." Die Verantwortungslosigkeit der europäischen Staaten habe sie gezwungen, so zu handeln, wie sie es getan habe.

Bundesweit solidarisieren sich Demonstranten mit Seenotrettern
tagesthemen 23:30 Uhr, 06.07.2019, Claudia Drexel/David Römheld, NDR

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Rackete war mit ihrem Schiff "Sea-Watch 3" und 40 Migranten an Bord unerlaubt in den Hafen der italienischen Insel Lampedusa gefahren und daraufhin festgenommen worden. Inzwischen ist sie wieder frei.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, machte sich bei der Kundgebung in Magdeburg erneut für die zivile Seenotrettung im Mittelmeer stark. "Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man Menschen, die in Gefahr sind, rettet", sagte er. Zivile Seenotretter dürften nicht länger kriminalisiert werden. Die Menschen würden sich nicht aus Leichtsinn, sondern aus reiner Verzweiflung auf die Schlauchboote begeben, betonte Bedford-Strohm.

"Die tödlichste Grenze der Welt"

Ein Maschinist des Rettungsschiffs "Sea-Watch 3" forderte auf einer Kundgebung im niedersächsischen Oldenburg ein stärkeres Engagement deutscher Städte zur Aufnahme geretteter Flüchtlinge aus Seenot. "Das Mittelmeer ist inzwischen die tödlichste Grenze der Welt", sagte Sören Moje. Besonders tragisch sei auch, dass viele Menschen schon mehrfach misslungene Fluchtversuche hinter sich hätten und anschließend in Folterlagern wie in Libyen misshandelt würden. Moje war erst vor wenigen Tagen aus Italien zurückgekehrt, nachdem italienische Behörden das Schiff unter Racketes Kommando festgesetzt hatten.

Demo für Seenotrettung | Bildquelle: dpa
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Vor dem Kanzleramt in Berlin fordern Demonstranten in Rettungswesten die Aufnahme von Flüchtlingen.

Demonstranten fordern Freigabe der "Sea-Watch 3"

In Hamburg skandierten rund 3000 Teilnehmer "No border - no nation". Sie forderten auf Plakaten unter anderem die Freigabe der in Italien beschlagnahmten "Sea-Watch 3". In Bonn ließen die Teilnehmer von einer Rheinbrücke aus Blumen ins Wasser fallen, um der Toten im Mittelmeer zu gedenken.

Aufgerufen zu Aktionen in rund 90 Städten hatte die internationale Organisation Seebrücke. Die Bewegung fordert die Entkriminalisierung der Seenotrettung, sichere Fluchtwege und sichere Häfen für Flüchtlinge. Sprecher der Seebrücke appellierten an die Bundesregierung, "bis auf Weiteres die Aufnahme aller Menschen, die über das zentrale Mittelmeer fliehen müssen, verbindlich zuzusagen". Nur weil es keine europäische Lösung gebe und andere Staaten Menschenrechtsverletzungen begehen, dürfe sich Deutschland nicht aus seiner Verantwortung stehlen. Kritisiert wurde auch, dass die Bundesregierung in der Vergangenheit die Aufnahme von Menschen, die aus Seenot gerettet wurden, blockiert und verzögert habe, obwohl mehrere Kommunen sich zur Aufnahme Geretteter bereit erklärt hätten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Juli 2019 um 17:28 Uhr.

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