Bundesinnenminister Horst Seehofer | Bildquelle: dpa

Kulturschaffende fordern "Seehofer soll zurücktreten"

Stand: 21.09.2018 13:02 Uhr

Mehrere Kulturschaffende haben Innenminister Seehofer zum Rücktritt aufgefordert. "Provozierend, rückwärtsgewandt und würdelos", nennen sie in einem Brief sein Verhalten. Unterzeichnet haben ihn mehrere Prominente.

Innenminister Horst Seehofer hält seit Wochen die Regierung in den Schlagzeilen: Asylstreit, "Masterplan", Grenzkontrollen, Maaßen-Beförderung - die Liste seiner umstrittenen politischen Manöver ist lang.

Mehreren Kulturschaffenden reicht es nun, sie fordern den Rücktritt von Seehofer. Er beschädige die Werte der Verfassung, heißt es in einem Aufruf, zu dessen Initiatoren der Dramatiker Moritz Rinke gehört. "Sein Verhalten ist provozierend, rückwärtsgewandt und würdelos gegenüber den Menschen. So verstellt er den Weg in eine zukunftsfähige deutsche Gesellschaft."

Viele Prominente unterschreiben

Seehofer einige das Land nicht, er spalte es. "Wir sind entsetzt", heißt es in dem Schreiben mit dem Titel "Würde, Verantwortung, Demokratie".

Unterzeichnet haben es viele prominente Namen: Enthüllungsjournalist Günter Wallraff, Berlinale-Chef Dieter Kosslick, Schauspieler wie Peter Lohmeyer, Jochen Busse, Burghart Klaußner, Meret Becker und Hugo Egon Balder, die Musikerin Inga Humpe, Filmemacher wie Emily Atef, Andres Veiel und Dietrich Brüggemann.

Der Journalist Günter Wallraff | Bildquelle: dpa
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Der Journalist Günter Wallraff hat den Aufruf genauso ...

Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale), Dieter Kosslick,
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... unterzeichnet wie der Berlinale-Leiter Dieter Kosslick.

"Menschen mit Migrationshintergrund in Geiselhaft"

Die Kulturschaffenden zeigen sich entsetzt darüber, "dass der Bundesinnenminister fortwährend die Arbeitsfähigkeit der Bundesregierung sabotiere und dem internationalen Ansehen des Landes schadet; dass er die Migrationsfrage zur 'Mutter aller politischen Probleme' erklärt und damit 18,6 Millionen Menschen, die mit migrantischen Wurzeln in Deutschland leben, in Geiselhaft nimmt und als eine Ursache dieser 'Probleme' hinstellt".

In dem Brief wird Seehofer vorgeworfen, dass er die rassistischen und kriminellen Übergriffe bei der Chemnitzer Demonstration bagatellisiere. "Seine enthemmten Bierzeltreden und unschlüssigen Pressekonferenzen tragen maßgeblich dazu bei, dass sich der Ton der politischen Auseinandersetzung in diesem Land öffentlich verschärft - und dass dadurch auch die AfD ihre rechtspopulistische und rechtsradikale Entgleisungsrhetorik immer weitertreibt."

Abgang bis zur Bayern-Wahl

Am Ende des Aufrufs fordern die Unterzeichner: "Seehofer sollte - noch vor der Landtagswahl in Bayern - vom Amt des Bundesinnenministers zurücktreten." In Bayern wird am 14. Oktober gewählt.

Mit einem Abgang von Seehofer rechnet auch der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil. Im ARD-Morgenmagazin äußerte er sich entsprechend. Allerdings rechnet er mit einem Abschied nach der Landtagswahl.

Über dieses Thema berichteten am 21. September 2018 das ARD-Morgenmagazin um 07:37 Uhr und Deutschlandfunk Kultur um 23:15 Uhr in der Sendung "Fazit".

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