Horst Seehofer gibt eine Pressekonferenz | Bildquelle: AFP

Nach Merkel-Rückzug Seehofer unter Druck

Stand: 30.10.2018 07:17 Uhr

Nach der Rückzugsankündigung Merkels richten sich die Augen auf Seehofer - wird er ihrem Beispiel folgen und abtreten? Einigen Unionskollegen gilt sein Verbleib an der CSU-Spitze als undenkbar.

Der angekündigte Verzicht von Kanzlerin Angela Merkel auf den CDU-Vorsitz erhöht auch den Druck auf CSU-Chef Horst Seehofer. Mehrere CDU-Politiker aus den Ländern fordern offen den Rückzug des Bundesinnenministers von der CSU-Spitze. "Angela Merkel hat es geschafft, einen selbstbestimmten Abgang als Parteivorsitzende zu gehen, das wünsche ich auch dem Kollegen Horst Seehofer", sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans der "Welt".

Weitere Stimmen gegen Seehofer werden laut: So griff der Landesgruppenchef der Hessen-CDU im Bundestag, Michael Brand, den CSU-Chef und Bundesinnenminister scharf an. "Das Desaster der Union in Bayern und Hessen hat vor allem eine Ursache: Horst Seehofer", sagte er der "Fuldaer Zeitung".

"Wer sein Ego über die Verantwortung stellt und mehr nach pathologischen als nach politischen Maßstäben agiert, darf sich nicht wundern, wenn Leute sich mit Wut und Entsetzen abwenden", sagte Brand. Das müsse personelle Konsequenzen haben. Ämter seien kein Privatbesitz.

Tobias Hans | Bildquelle: dpa
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Der saarländische Ministerpräsident Hans legt Seehofer den Rücktritt nahe.

Rücktrittsforderungen auch aus eigenen Reihen

Auch innerhalb der CSU rumort es: "Kann schon sein, dass nun auch Seehofer schneller einsieht, dass seine Zeit gekommen ist", sagte ein hochrangiger Funktionär der Partei der Deutschen Presseagentur. Entscheidend sei: Seehofer müsse einsehen, dass er den Rückhalt seiner Partei verloren habe - "nicht erst jetzt bei der Landtagswahl, schon im letzten Jahr zur Bundestagswahl".

"Ich glaube erst, dass er das Amt aufgegeben hat, wenn sein Nachfolger gewählt ist", sagte ein Parteivorstand der dpa. So oft habe Seehofer sich am Ende wieder gerettet, eine Hintertür gefunden.

Seehofer will sich Mitte November positionieren

Der CSU-Chef selbst kündigte an, er wolle spätestens Mitte November Vorschläge zur inhaltlichen, strategischen und personellen Zukunft seiner Partei vorlegen. Seehofers Amtszeit endet offiziell erst Ende 2019.

Merkel hatte am Montag nach den schweren Verlusten ihrer Partei bei der Landtagswahl in Hessen angekündigt, beim CDU-Parteitag im Dezember nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren. Kanzlerin will sie aber bis 2021 bleiben - sofern die Große Koalition bis dahin hält.

CDU-Vize Strobl zur Zukunft der Union
tagesthemen 22:35 Uhr, 29.10.2018

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Seehofer äußerte Bedauern nach Merkels Ankündigung. Es sei schade, "wir haben uns manche Diskussionen geleistet, aber es war immer eine vertrauensvolle, vom gegenseitigen Respekt getragene Zusammenarbeit", fügte er hinzu. "Das ist eine Zäsur."

CSU wendet sich gegen Parteichef

In der CSU wird seit den massiven Verlusten bei der bayerischen Landtagswahl über die Einberufung eines Sonderparteitages Anfang Dezember mit vorgezogenen Vorstandswahlen diskutiert. Zunächst will die Parteiführung die Koalitionsverhandlungen mit den Freien Wählern abschließen. In der CSU gibt es seit der Wahl am 14. Oktober auf praktisch allen politischen Ebenen Forderungen an Seehofer, den CSU-Vorsitz aufzugeben.

Nach Merkels Rückzugs-Ankündigung: Debatte um Seehofer
Christoph Prössl, ARD Berlin
30.10.2018 09:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Oktober 2018 um 07:00 Uhr.

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