Horst Seehofer | Bildquelle: REUTERS

CSU-Vorsitz Seehofer tritt im Januar als Parteichef ab

Stand: 16.11.2018 16:15 Uhr

CSU-Chef Seehofer will das Amt des Parteivorsitzenden am 19. Januar abgeben. An dem Tag soll ein Sonderparteitag seinen Nachfolger wählen. Zu seiner Zukunft als Innenminister machte der 69-Jährige keine Angaben.

CSU-Chef Horst Seehofer hat das Datum seines Rücktritts vom Parteivorsitz bekannt gegeben. In einer schriftlichen Erklärung teilte er mit, dass er das Amt am 19. Januar abgeben werde. An dem Tag soll auf einem Sonderparteitag ein neuer Vorsitzender gewählt werden.

In dieser Erklärung schreibt Seehofer, dass das Jahr 2019 "das Jahr der Erneuerung der CSU sein" solle. "Ich werde deshalb für den 19. Januar 2019 zu einem Sonderparteitag der CSU mit Neuwahl des Parteivorsitzenden einladen. Zu diesem Zeitpunkt werde ich mein Amt als Parteivorsitzender zur Verfügung stellen." Zur Vorbereitung des Sonderparteitags werde am 17. Dezember eine Vorstandssitzung der CSU stattfinden.

Dank von Kanzlerin Merkel

Trotz früherer Streitigkeiten dankte Kanzlerin Angela Merkel Seehofer für dessen Arbeit: "Ich habe Horst Seehofers Entscheidung mit Respekt zur Kenntnis genommen und danke ihm für zehn Jahre intensive Zusammenarbeit", ließ die CDU-Chefin auf ihrer Facebook-Seite mitteilen.

Zwischen den beiden Parteichefs hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder große Meinungsunterschiede bei wichtigen Themen gegeben - etwa in der Asylpolitik.

Keine Angaben zur Zukunft als Innenminister

Wie lange Seehofer noch Bundesinnenminister bleiben will, ließ er in der kurzen Erklärung offen. Intern hatte der 69-Jährige am vergangenen Sonntag nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa angekündigt, auch diesen Posten vorzeitig abgeben zu wollen, aber auch da keinen konkreten Zeitpunkt genannt.

Eine offizielle Bewerbung für Seehofers Nachfolge als Parteichef gibt es noch nicht. In der CSU geht man aber inzwischen mehrheitlich davon aus, dass nur Ministerpräsident Markus Söder dafür infrage kommt.

Massiver Druck aus der Partei

Mit seinem Rücktritt vom CSU-Vorsitz beugt sich Seehofer dem massiven Druck aus seiner Partei, der schon seit dem Absturz bei der Bundestagswahl 2017 immer stärker geworden war und der nach der Pleite bei der Landtagswahl Mitte Oktober nochmals zunahm. Dass er den Parteivorsitz vorzeitig abgeben will, hatte Seehofer schon bei einem Treffen der CSU-Spitze am Sonntag angekündigt, aber den Termin noch offengelassen. Zuvor hatten ihm die CSU-Bezirksvorsitzenden in teils deutlichen Worten den einhelligen Wunsch der Parteibasis nach einem personellen Neuanfang übermittelt.

Seehofer war 2008 erstmals zum CSU-Vorsitzenden gewählt worden. Von 2008 bis März 2018 war er auch bayerischer Ministerpräsident - diesen Posten musste er auf Druck seiner Partei dann an Söder abgeben. Er blieb dafür CSU-Chef - und wurde zugleich neuer Bundesinnenminister.

CSU-Chef Seehofer will im Januar abtreten
Marcel Heberlein, ARD Berlin
16.11.2018 17:28 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 16. November 2018 die tagesschau um 10:40 Uhr und tagesschau24 um 11:00 Uhr.

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