Anhörung eines Asylbewerbers (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / Daniel Karman

Bericht des Innenministeriums Zahl der Asylbewerber geht zurück

Stand: 23.01.2019 13:33 Uhr

2018 suchten deutlich weniger Menschen in Deutschland Schutz: Laut Innenminister Seehofer waren es 162.000. Damit lag der Wert unter der im Koalitionsvertrag vereinbarten Obergrenze.

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise erreichte die Zahl der Asylanträge 2016 einen Spitzenwert von 722.000 Menschen. Damals reichten noch viele der 2015 angekommenen Flüchtlinge ihren Antrag ein. Inzwischen suchen in Deutschland deutlich weniger Menschen Schutz. Das geht aus dem Asylbericht der Bundesregierung hervor.

2017 ging die Zahl der Asylerstanträge demnach auf 198.000 zurück. Im vergangenen Jahr wurden rund 162.000 Asylerstanträge gestellt, noch einmal 18 Prozent weniger. Dies sei die richtige Größe zur Bewertung der Asylzuwanderung, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer. Hinzu kämen rund 23.000 Folgeanträge. Viele der jüngsten Asylanträge kamen von Syrern, Irakern und Iranern.

Entwicklung der Asylerstanträge in Deutschland von 2015 bis 2018.
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Seit dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 und 2016 ist die Zahl der Erstanträge auf Asyl in Deutschland kontinuierlich gesunken.

Zahlen im Rahmen der Obergrenze

Damit sei seit Herbst 2015 ein "kontinuierlicher Rückgang" der Asylzahlen zu beobachten, sagte Seehofer. Die getroffenen Maßnahmen zeigten "durchaus die gewünschte Wirkung". Die Politik habe die Dinge im Laufe der letzten Jahre geordnet, sagte er.

Vor allem bei der Nettozuwanderung, also nach Abzug von Rückführungen und Fällen freiwilliger Rückkehr, lägen die Zahlen deutlich unter der im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarten Obergrenze für die Zuwanderung von Flüchtlingen, die auf jährlich 180.000 bis 220.000 festgelegt wurde. In diesem Korridor werden auch Aufnahmen aus humanitären Gründen und über Resettlement-Programme mitgezählt, sowie Menschen, die durch Familiennachzug nach Deutschland kommen.

Asyl- und Migrationsbericht bestätigt sinkende Zahlen bei neuen Asylanträgen
tagesschau 20:00 Uhr, Thomas Kreutzmann, ARD Berlin

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Schutzquote geht zurück

Auch die Schutzquote ging weiter zurück. In rund 35 Prozent aller Fälle gewährte das Bundesamt für Migration Schutz. Im Jahr 2016 hatte die Gesamtschutzquote in Form von Asyl, Flüchtlingsstatus, subsidiärem Schutz oder Abschiebeverbot noch 40,3 Prozent erreicht.

Fast jeder fünfte Asylbewerber sei in Deutschland geboren, erklärte Seehofer. Im vergangenen Jahr seien rund 19,9 Prozent aller Asylerstanträge für in Deutschland geborene Kinder gestellt worden, die ihren ersten Geburtstag noch nicht gefeiert haben.

Entwicklung der Gesamtschutzquote bei Flüchtlingen 2017 bis 2018.
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2018 wurden insgesamt 216.873 Entscheidungen in Asylverfahren getroffen, die Quote der positiven Entscheidungen - d.h. die Anerkennung eines Schutzstatus - ist dabei im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Mehr Menschen verlassen Deutschland

Neben den Asylzahlen stellten Seehofer und der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auch den Migrationsbericht 2016/2017 vor, der auch andere Formen der Zu- und Abwanderung erfasst. Der eigentlich jährlich erscheinende Bericht umfasst diesmal zwei Jahre, weil es laut BAMF technische Umstellungen bei der Erstellung der Bevölkerungsstatistiken gab.

Demnach ist die gesamte Zuwanderung nach Deutschland rückläufig. Stellt man Zu- und Fortzüge gegenüber, liegt das Wanderungsplus für 2017 bei 0,4 Millionen Menschen, nach 0,5 Millionen im Jahr 2016. Nach jetzigem Stand habe sich dieser Trend auch im Jahr 2018 fortgesetzt, sagte Seehofer.

Zwei Drittel aller Zuwanderer kamen 2017 aus europäischen Staaten (inklusive Russland und der Türkei), 53,4 Prozent aus einem Mitgliedsstaat der EU. "Die Zuwanderung nach Deutschland ist wieder mehrheitlich europäisch und sie gilt zunehmend dem Studium und der Erwerbstätigkeit", sagte Sommer. "Das ist eine gute Nachricht."

Entwicklung der Zu- und Fortzüge nach Deutschland und Darstellung des Wanderungsaldos.
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Nicht nur nur bei den Asylanträgen sondern auch bei der Zuwanderung insgesamt, ist der Trend rückläufig. Der Wanderungssaldo - also die Zahl der Zugewanderten abzüglich derer, die Deutschland wieder verlassen haben - ist um fast 17 Prozent gesunken.

Horst Seehofer, Migration, Asyl und die Reaktionen
Sabine Müller, ARD Berlin
23.01.2019 16:27 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Januar 2019 um 04:57 Uhr.

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