CSU-Chef Horst Seehofer | Bildquelle: AFP

CSU-Chef Seehofer "Ich habe ein großes Werk zu verrichten"

Stand: 06.10.2018 17:09 Uhr

Im Streit über die schlechten Umfragewerte der CSU weist Parteichef Seehofer die Vorwürfe von Regierungschef Söder zurück. Er habe "ein großes Werk zu verrichten" und wolle Parteichef sowie auch Innenminister bleiben.

Bundesinnenminister Horst Seehofer will trotz schlechter Umfragewerte für sich und seine Partei nach der bayerischen Landtagswahl am kommenden Wochenende CSU-Chef und Bundesinnenminister bleiben. Auf eine entsprechende Frage im Interview mit der Zeitung "Welt am Sonntag" antwortete er: "Natürlich! Ich habe ein großes Werk zu verrichten." Er wolle seine "Mission" für mehr Bürgernähe, Sicherheit sowie Recht und Ordnung für die Bürger erfüllen.

Seehofer hält es trotz jüngster Umfragen, in denen die CSU in Bayern nur noch 33 Prozent der Stimmen erhält, für möglich, dass die Christsozialen bei der wahl erneut die absolute Mehrheit holen. "Ich bin grundsätzlich davon überzeugt", sagte er.

Söder schiebt die Schuld auf GroKo

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte die Große Koalition in Berlin zumindest mitverantwortlich für die schlechten Umfragewerte gemacht. "Das sind natürlich alles Zahlen, die unglaublich geprägt werden durch die Berliner Politik", sagte er bei einer Veranstaltung der "Bild"-Zeitung in Nürnberg.

Söder kritisierte indirekt auch das Verhalten Seehofers im Zusammenhang mit dessen Flüchtlings-"Masterplan": "Ich gebe zu: Das waren nicht gerade unsere allergrößten Sternstunden."

Markus Söder und Horst Seehofer | Bildquelle: dpa
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Unterstützung für Söder

Seehofer gibt sich in der "Welt am Sonntag" kämpferisch. Er habe schon vor Jahren als Gesundheitsminister gelernt, "was ein Haifischbecken ist", sagte er. Zu seiner Rolle als CSU-Chef sagte er, er sei vom Parteitag bis zum Herbst nächsten Jahres gewählt. Mit der Kritik aus den eigenen Reihen beschäftige er sich nicht. "Gegenwärtig wende ich meine ganze Kraft auf, unsere Partei zusammenzuhalten und unserem Kandidaten Markus Söder jede Unterstützung zuteilwerden zu lassen."

Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er, er habe sich "in den letzten sechs Monaten weder in die bayerische Politik noch in die Wahlkampfführung eingemischt". Das sei das persönliche Vorrecht des Ministerpräsidenten Markus Söder. "Er ist zuständig für strategische Überlegungen im Wahlkampf."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Oktober 2018 um 04:38 Uhr.

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