Wolf | Bildquelle: dpa

Vorstoß von Ministerin Schulze "Lex Wolf" soll Abschuss erleichtern

Stand: 03.03.2019 02:16 Uhr

Umweltministerin Schulze will das Naturschutzgesetz ändern lassen, um den Abschuss von Wölfen zu erleichtern. So soll ein Tier bereits geschossen werden dürfen, wenn es "ernste landwirtschaftliche Schäden" verursacht.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze will den Abschuss von Wölfen erleichtern. Ihr Ziel sei eine entsprechende Änderung des Naturschutzgesetzes, sagte sie der "Bild am Sonntag". "Wenn Wölfe mehrfach Schutzzäune überwinden oder Menschen zu nahe kommen, muss man sie auch abschießen dürfen. Das will ich mit einer 'Lex Wolf' klarstellen."

Ein Wolf soll demnach künftig bereits dann geschossen werden dürfen, wenn er "ernste landwirtschaftliche Schäden" verursacht. Bislang sei von "erheblichem Schaden" die Rede, der von den Gerichten erst bei einer Bedrohung der Existenz gesehen wurde, heißt es in dem Bericht.

"Damit schaffe ich für die Schafhalter Rechtsklarheit und mache deutlich, dass auch Hobbyschäfer entschädigt werden können", erklärte Schulze. Die Klarstellung solle so schnell wie möglich umgesetzt werden. Es fehle nur noch die Zustimmung der CDU", so Schulze.

Streng geschützte Wölfe

Wölfe sind in Deutschland streng geschützt, bisher gab es nur einige wenige Abschussgenehmigungen für auffällig gewordene Tiere. In den vergangenen Wochen waren mehrfach neue Attacken auf Nutztiere bekanntgeworden. Die Umweltminister in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gaben kürzlich je einen Wolf zum Abschuss frei.

Der Schadensbilanz der zuständigen Dokumentationsstelle des Bundes (DBBW) zufolge lag die Zahl der Risse im Jahr 2017 mit 472 dokumentierten Fällen um fast 66 Prozent höher als im Vorjahr. Die Zahl der getöteten, verletzten oder vermissten Tiere - meist Schafe - wurde auf 1667 beziffert, fast 55 Prozent mehr als 2016.

Im Monitoringjahr 2017/18 wurden den DBBW-Daten zufolge 73 Rudel, 30 Wolfspaare und einige Einzelwölfe in Deutschland nachgewiesen. Die meisten Wölfe leben derzeit in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. März 2019 um 04:50 Uhr.

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