Martin Schulz, designierter Kanzlerkandidat | Bildquelle: REUTERS

Antrittsrede von Schulz "Werden Wahlen richtig spannend machen"

Stand: 29.01.2017 14:04 Uhr

Brechend voll ist es im Willy-Brandt-Haus, als der neue SPD-Kanzlerkandidat Schulz nach seiner Nominierung vor die Presse tritt. "Er sei gerührt und dankbar", sagte er. Schulz kündigte "spannende Wahlen" an. Wichtig sei, "hart arbeitende Menschen in den Mittelpunkt" zu stellen.

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sieht für seine Partei gute Chancen im Bundestagswahlkampf. "Wir werden die Wahlen in diesem Jahr richtig spannend machen", sagte er in Berlin. Zuvor hatte ihn der SPD-Vorstand einstimmig als Kanzlerkandidaten nominiert. Er soll auch den Parteivorsitz übernehmen. "Das ist ein bewegender Moment für mich", erklärte er unter dem Beifall von etwa 1000 Anhängern. Überall sei Aufbruchstimmung und Hoffnung für die Sozialdemokratien spürbar.

"Vertrauen zurückgewinnen"

Er sei gerührt und dankbar und freue sich, in den Wahlkampf zu ziehen, sagte er in seiner ersten Rede als offizieller Kandidat. Sozialdemokratie heiße "ein fairer Umgang miteinander". Die SPD trete an, um die stärkste politische Kraft zu werden. "Wir müssen Vertrauen zurückgewinnen", forderte er. "Nur durch eine Gesellschaft, die zusammenhält, werden wir stark sein." Ihm sei wichtig, "die hart arbeitenden Menschen in den Mittelpunkt stellen".

Fairer Wahlkampf

Schulz sagt den politischen Konkurrenten im Wahlkampf einen fairen Wettbewerb zu. Er wolle die anderen Parteien zu einem Fairnessabkommen einladen, um Verleumdungen und Hetze in sozialen Netzwerken zu begegnen. Etwas wie im US-Wahlkampf "darf uns in Deutschland nicht passieren".

Zudem lobte er den scheidenden Parteichef Sigmar Gabriel als "tollen Typen". Er danke ihm für die Freundschaft. Seine Entscheidung zum Rückzug verdiene Respekt.

Martin Schulz und Sigmar Gabriel vor SPD Logo | Bildquelle: imago
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Martin Schulz und Sigmar Gabriel: Wechsel an der SPD-Spitze

Gabriel: Schulz verkörpert Aufbruch

Vor der Schulz-Rede hatte Gabriel gesagt, dass Deutschland einen Politikwechsel brauche. "Wir sind am Ende dessen angelangt, was man mit einer in sich zerstrittenen CDU/CSU erreichen kann. "Weiter geht es mit dieser Union nicht, Deutschland braucht einen neuen Aufbruch." Diesen Aufbruch verkörper niemand glaubwürdiger als Martin Schulz.

Die SPD verzeichnet laut Generalsekretärin Katarina Barley 700 Neueintritte, seitdem am Dienstag die Kanzlerkandidatur Schulz' bekannt wurde. Normal sind etwa 1000 in einem ganzen Monat.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Januar 2017 um 13:15 Uhr.

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