Martin Schulz spricht im Bundestag | Bildquelle: REUTERS

SPD debattiert über Schulz Comeback als Europa-Spitzenkandidat?

Stand: 13.05.2018 16:21 Uhr

Die Entscheidung soll zwar erst am Jahresende fallen - schon jetzt sprechen sich wichtige Akteure in der SPD für Martin Schulz als Spitzenkandidaten bei der Europawahl aus. Aber auch andere Namen kursieren.

Der gescheiterte Kanzlerkandidat und ehemalige EU-Parlamentschef Martin Schulz soll laut dem Willen einflussreicher Sozialdemokraten Spitzenkandidat für die Europawahl 2019 werden. "Ich würde eine solche Spitzenkandidatur von ganzem Herzen unterstützen", sagte Johannes Kahrs, einer der Sprecher des Seeheimer Kreises dem "Spiegel". Europa sei Schulz' großes Thema: Er sei "europaweit bekannt, geschätzt, vernetzt und kann und wird Europa vorantreiben".

Ähnlich hatte sich zuvor Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller geäußert. Schulz sei der deutsche Europapolitiker schlechthin", sagte er ebenfalls dem "Spiegel". "Er steht und brennt für dieses Thema - das nicht zu nutzen, wäre fahrlässig." Schulz müsse aber selbst über eine mögliche Kandidatur entscheiden, betonte Müller. Er hoffe, dass Schulz "in der SPD und darüber hinaus weiter die laute und engagierte Stimme Europas" bleibe.

Schulz hatte nach den Koalitionsverhandlungen mit der Union seinen Rückzug von der SPD-Spitze angekündigt. Er wollte eigentlich Außenminister der Großen Koalition werden. Dagegen regte sich aber innerparteilicher Widerstand, so dass Schulz auch auf diesen Posten verzichtete. Dem Bundestag gehört er aber weiter an.

Europapolitiker Schulz nach seiner Wahl zum Spitzenkandidaten der SPD für die Europawahl.
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Dieses Mal ein neuer Anlauf? Martin Schulz im Januar 2014 nach seiner Wahl zum SPD-Spitzenkandidaten für die Europawahl.

Entscheidung Ende des Jahres

In der SPD hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa, Ende des Jahres gebe es eine Europadelegiertenkonferenz, die einen eigenen deutschen Spitzenkandidaten wählen solle.

Bei der Nominierung könnte auch Udo Bullmann eine Rolle spielen, der EU-Beauftragter der SPD und Fraktionschef im Europaparlament. Auch die baden-württembergische Generalsekretärin Luisa Boos wird genannt.

Zudem solle es wie bei der Europawahl 2014 einen europäischen Spitzenkandidaten geben, der sich um das Amt des EU-Kommissionspräsidenten bewirbt. Dafür wird bei den europäischen Sozialdemokraten die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini als Favoritin genannt.

Im Jahr 2014 war das noch Schulz. Weil die Europäische Volkspartei (EVP), zu der auch CDU und CSU gehören, die Wahl gewann, wurde deren Spitzenkandidat Jean-Claude Juncker schließlich neuer EU-Kommissionspräsident.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. Mai 2018 um 13:24 Uhr.

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