Eine Maske liegt im Unterricht auf Unterlagen, während im Hintergrund Schülerinnen und Schüler in einem Gymnasium mit Mund- und Nasenschutz dem Unterricht folgen. | dpa

Ende der Weihnachtsferien Schulstart mit Omikron

Stand: 03.01.2022 10:18 Uhr

Die Ferien sind vorbei: In mehreren Bundesländern startet trotz der noch unklaren Infektionslage die Schule wieder. Wegen Omikron bezeichnete Gesundheitsminister Lauterbach Masken im Unterricht als "absolutes Muss".

Inmitten der Unsicherheit über die genauen Corona-Infektionszahlen aufgrund der Feiertage sind in mehreren Bundesländern die Schulen nach den Weihnachtsferien wieder mit Präsenzunterricht gestartet. So kehrten an diesem Montag in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen und Rheinland-Pfalz die Schülerinnen und Schüler in den Unterricht zurück. Am Dienstag folgt dann das Saarland mit dem Schulstart, am Mittwoch Hamburg und - je nach Entscheidung der Schulen - auch Thüringen.

Kinder und Jugendliche in Thüringen starten nach den Weihnachtsferien von Zuhause aus in den Schulbetrieb. Für sie soll es am Montag und Dienstag zunächst Distanzunterricht geben. Von Mittwoch an sollen die Schulen dann nach den Plänen der Landesregierung selbst darüber entscheiden können, ob sie in Präsenz oder im Distanz- oder Wechselunterricht weiterarbeiten.

Präsenzunterricht als oberste Priorität

Die Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Simone Oldenburg, mahnte zum Schulstart zur Besonnenheit. Die Schulen wüssten seit über einem Jahr, was zu tun sei, so die Ministerin. "Für die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder hat der kontinuierliche Präsenzunterricht an den Schulen weiterhin höchste Priorität, um das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Teilhabe zu gewährleisten", so Oldenburg im Vorfeld des Schulstarts.

Auch die Berliner Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse sagte, Präsenzunterricht solle angeboten werden, solange es möglich sei. Kinder und Jugendliche hätten sich seit Beginn der Pandemie mit vielen Einschränkungen in ihrem jungen Leben arrangieren müssen. Zugleich verteidigte Busse im rbb die Testpflicht an Schulen. Das Testen vor Ort sei nötig, "weil möglicherweise das nicht in allen Elternhäusern so genau genommen wird." In der Schule sei das schon absolute Routine. "Vor dem Unterricht - und das wollen wir auch beibehalten."

In Berlin soll es in der ersten Schulwoche tägliche Corona-Tests geben, danach werden jedem Schulpflichtigen drei Tests pro Woche gestellt.

Kinder- und Jugendärzte: Schulen tun zu wenig

Deutliche Worten gibt es insbesondere in den Reihen der Kinder- und Jugendärzte: "Es gibt eine klare und unmissverständliche Zusage der Politik, Schulschließungen - wenn überhaupt - als allerletzte Maßnahme in Betracht zu ziehen", sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, der Online-Ausgabe der "Ärzte Zeitung". "Auf dieser Zusage beharren wir." Grundsätzlich sei an den Schulen bislang zu wenig passiert, um sich umfassend auf die Pandemielage einzustellen, kritisierte Fischbach. "Wenn Vertreter von Lehrerverbänden bei steigender Inzidenz dann immer sofort nach Schulschließungen rufen, dann ist das im Grunde eine Bankrotterklärung des Schulsystems in Deutschland."

Es gebe eine Reihe an Möglichkeiten, trotz anziehender Pandemielage Schulschließungen zu vermeiden, betonte Fischbach. So müssten vorliegende Hygienekonzepte an den Schulen konsequenter umgesetzt und Lehrer entsprechend fortgebildet werden. Länder und Kommunen sollten zudem ausreichend Luftfilter für die Einrichtungen bereitstellen. "Die Mittel dafür sind da, sie werden aber noch nicht überall abgerufen", sagte der Verbandspräsident.

Lauterbach ruft zum Tragen von Masken auf

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte am Wochenende im Kampf gegen die neue Coronavirus-Variante noch einmal zum Tragen von Masken aufgerufen. "Die Viruslast der Infizierten ist bei Omikron niedriger, deshalb wirken Masken besser", sagte Lauterbach der "Bild am Sonntag". In den Schulen sei dies ein "absolutes Muss".

Bundesregierung und Bundesbildungsministerium hatten zuletzt ihr Ziel bekräftigt, Schulen und Kitas offenzuhalten. Die Kultusminister und -ministerinnen der Länder wollen am Mittwoch kurzfristig in einer Videokonferenz über die Lage an den Schulen beraten - also noch vor der nächsten Schaltkonferenz der Regierungschefs von Bund und Ländern am 7. Januar.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Januar 2022 um 09:00 Uhr.