Grundschulklasse | Bildquelle: dpa

Kultusministerkonferenz einig Nach den Ferien sollen alle wieder zur Schule

Stand: 10.06.2020 17:39 Uhr

Die Kultusminister der Länder streben deutschlandweit einen normalen Unterricht an den Schulen nach den Sommerferien an. Einige Länder öffnen schon mal ihre Grundschulen.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig, hat bekräftigt, dass die Schulen nach den Sommerferien zum Regelbetrieb zurückkehren sollen. Darin seien sich die Kultusminister einig, sagte Hubig im ARD-Morgenmagazin.

Auf dem Weg in die Normalität

Nächste Woche solle darüber beraten werden, wie das kommende Schuljahr aussehen könne. Sie könne gut verstehen, dass Eltern mit Kita- und Schulkindern in den vergangenen Wochen an ihre Grenzen gekommen seien, sagte Hubig.

Die Situation an den Schulen sei in den Ländern momentan unterschiedlich, aber alle seien auf dem selben Weg.

Hessen öffnet Grundschulen - ohne Abstandsgebot

Mit am weitesten geht Hessen: Dort sollen in den Grundschulen vom 22. Juni an die Schüler wieder gemeinsam in ihren Klassen unterrichtet werden. Das Abstandsgebot gelte dann für die Kinder nicht mehr, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.

Kultusminister Alexander Lorz sagte, in den Grundschulen werde in den zwei Wochen bis zum Beginn der hessischen Sommerferien (6. Juli) die Schulbesuchspflicht aufgehoben. Eltern könnten also entscheiden, ob ihr Kind am Präsenzunterricht für alle teilnehme oder von zu Hause aus den Unterrichtsstoff lerne.

Die Kultusminister der Länder hatten bereits vergangene Woche angekündigt, zum Regelbetrieb in den Schulen zurückkehren zu wollen. Wegen der Corona-Pandemie waren die Schulen seit Mitte März bundesweit geschlossen. Seit Anfang Mai findet zwar wieder Präsenzunterricht statt, jedoch in stark eingeschränktem Umfang. Viele Kinder können nur tage- oder wochenweise in die Schule gehen. In Schleswig-Holstein werden Grundschüler bereits täglich im Klassenverband unterrichtet.

Grüne fordern konkrete Leitlinien

Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert für eine Rückkehr in den Regelbetrieb aber konkrete Leitlinien. So müssten Kitas und Schulen vorbereitet sein, falls es im Herbst zu erneuten lokalen oder regionalen Infektionsgeschehen komme, sagte sie nach einem Fachgespräch mit Experten aus dem Bildungsbereich, der Medizin und mit Gewerkschaftsvertretern. "Dafür müssen wir gerüstet sein, um nicht noch mal in eine Situation des völligen Chaos zu starten."

Die Grünen-Chefin formulierte zudem "Mindestanforderungen für einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen": Unterricht und Betreuung sollte in den gewohnten Gruppen und Klassen ohne Abstandsregeln stattfinden. Dafür müssten die Gruppen dann aber möglichst strikt voneinander getrennt werden. Für Eltern und Beschäftigte sollte dagegen gewährleistet werden, dass Abstandsregeln zwischen ihnen eingehalten werden könnten. Nötig sei auch eine bundesweit abgestimmte wissenschaftliche Begleitung der Komplettöffnung von Bildungseinrichtungen.

Lehrerverbände hatten Bedenken geäußert und für den Regelbetrieb eine Maskenpflicht auch im Unterricht (Deutscher Lehrerverband) oder zumindest zwei Mal wöchentlich Reihentests für alle Schüler und Lehrer (Philologenverband) gefordert.

Über dieses Thema berichtete das Erste am 10. Juni 2020 um 05:30 Uhr im ARD-Morgenmagazin.

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