Schülerinnen und Schüler warten auf Einlass vor einem Gymnasium in Magdeburg | dpa

Corona-Pandemie Kultusminister für Rückkehr der Schüler im März

Stand: 05.03.2021 11:08 Uhr

Der soziale Preis dauerhafter Schulschließungen sei zu hoch: Die Kultusminister sind sich einig, dass alle Schülerinnen und Schüler noch im März in ihre Klassen zurückkehren sollen, teils auch ohne Wechselunterricht.

Alle Schüler sollen nach den Worten der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, noch im März wieder in die Schule gehen können. "In der Kultusministerkonferenz sind wir uns einig: Wir wollen, dass noch im März alle Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule gehen - auch wenn es im Regelfall erst mal Wechselunterricht sein wird", sagte Brandenburgs Bildungsministerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Einige Bundesländer, in denen die Inzidenzwerte sehr niedrig sind, werden sich auch für Präsenzunterricht entscheiden", fügte die SPD-Politikerin hinzu.

Gerade der Wechselunterricht ermögliche das Einhalten von Abständen sehr gut. "Auch wenn wir durch die Virusmutation eine veränderte Situation haben, können wir nicht noch mal mehrere Wochen warten. Dafür haben die Schulschließungen einen zu hohen sozialen Preis", betonte Ernst.

Schlechtere Chancen, psychische Belastung

Kinder und Jugendliche litten stark unter der Beschränkung ihrer Kontakte - nicht nur durch schlechtere Bildungschancen, sondern auch psychisch. "Das darf uns nicht kalt lassen", sagte Ernst. "Deshalb ist für mich klar, dass wir nicht nur die Grundschulen öffnen müssen, sondern auch an den weiterführenden Schulen zumindest in den Wechselunterricht gehen müssen."

Beim Niveau der Abiturprüfungen solle es keine Abstriche geben, ein "Billig-Abitur" werde es nicht geben, so Ernst. Wegen der unterschiedlichen Unterrichtssituation soll die Auswahl an Aufgaben aber größer sein.

Ernst fordert ferner einen Digitalpakt II, mit dem der Bund die Länder dauerhaft in Sachen Digitalisierung und Schule unterstützt. "Die fortwährenden Investitionen, um unsere Schulen bei der Digitalisierung dauerhaft auf dem Stand der Zeit zu halten, können Länder und Kommunen nicht allein leisten", begründete Ernst die Forderung.

"Der Bund muss sich hier weiter engagieren - und zwar erheblich." Der Digitalpakt Schule ist im Mai 2019 in Kraft getreten. Bis 2024 stellt der Bund darüber fünf Milliarden Euro für die Ausrüstung der Schulen mit neuer Technik bereit.

Mit Informationen von Angela Tesch, ARD-Hauptstadtstudio

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell im Hörfunk am 05. März 2021 um 12:12 Uhr.