Schüler betreten eine Schule mit Hinweisschild auf die Corona-Regeln an der Tür. | dpa

Pläne der Bundesländer Viele Schulen sollen noch im Februar öffnen

Stand: 11.02.2021 17:17 Uhr

Die ersten Schulen wollen bereits ab kommender Woche wieder öffnen, in den meisten Bundesländern geht der Unterricht erst eine Woche später los. Hamburg hingegen verfolgt einen anderen Weg.

Nach den Bund-Länder-Beratungen sollen viele Kitas und Schulen vom 22. Februar an wieder schrittweise ihren Betrieb aufnehmen. Zu den Bundesländern, die die Rückkehr ab diesem Datum planen, zählen etwa Nordrhein-Westfalen, Bayern, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Brandenburg, Berlin und Hessen. Mecklenburg-Vorpommern will am 24. Februar starten. Anders Hamburg: Dort bleiben die Schulen bis März geschlossen.

Geknüpft wird die Rückkehr teilweise auch an bestimmte Inzidenzzahlen. In Bayern sollen Grundschulklassen ab dem übernächsten Montag an die Schulen zurückkehren - aber nur im Wechselunterricht und nur in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 100. Zudem sollen dann alle Abschlussjahrgänge an weiterführenden Schulen wieder Präsenzunterricht bekommen. Wann hingegen auch für alle anderen Schülerinnen und Schüler der Wechselunterricht wieder startet, bleibt weiter offen. Auch Kitas sollen ab 22. Februar wieder im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen.

Hamburgs Schulen bleiben vorerst geschlossen

Sachsen hat angekündigt, seine Einrichtungen schon am Montag wieder zu öffnen. Sachsen-Anhalt will bisher an seinem Plan festhalten, die Schulen vom 1. März an schrittweise wieder zu öffnen. In Niedersachsen sind Grundschüler bereits seit Januar wieder im sogenannten Wechselbetrieb. Darum geht es nun überwiegend auch in den anderen Ländern. Das heißt, Klassen werden geteilt und besuchen abwechselnd die Schule. Die meisten älteren Schüler werden voraussichtlich erst im März ihre Einrichtung wieder von innen sehen, mit Ausnahme von Abschlussklassen, für die auch bisher schon Präsenzunterricht möglich war.

Hamburg will anders als viele andere Bundesländer die Grundschulen nicht vor März öffnen. Das kündigt Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher nach einer Senatsitzung an. Man werde überlegen, wie man nach den am 12. März in Hamburg endenden Frühjahrsferien weiter machen wolle. "Wir müssen vorsichtig sein", sagt Tschentscher mit Blick auf die Virus-Mutationen. Die Zahl der Neuinfektionen sinke derzeit nur noch leicht, die Virus-Varianten seien viel aggressiver.

Giffey begrüßt die Beschlüsse

Die Bund-Länder-Beschlüsse lösten ein sehr unterschiedliches Echo aus. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey erklärte, es sei richtig, dass eine Priorität auf die Familien gelegt worden sei und dass die Bildung und die Zukunft der Kinder und Jugendlichen eine herausragende Bedeutung habe. Als wichtiges Signal wertete sie, dass Erzieherinnen und Grundschullehrer frühzeitiger als bisher vorgesehen geimpft werden sollten.

Kritik von der Opposition

Kritik kam von der Opposition. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt erklärte, es sei "unverständlich", dass sich Bund und Länder nicht auf ein gemeinsames Vorgehen bei Schulen und Kitas geeinigt hätten. Die Bürger brauchten eine Perspektive für die kommenden Wochen; es müsse deutlich werden, auf welches gemeinsame Ziel hingearbeitet wird, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, begrüßte die Öffnungsperspektiven für Schulen. "Die Länder werden jetzt verantwortungsvoll bei den Grundschulen mit schrittweisen Öffnungen beginnen", sagte sie der "Rheinischen Post". Ärztepräsident Klaus Reinhardt kritisierte dagegen das Fehlen von Grundsatzentscheidungen über das schrittweise Zurückfahren der Corona-Schutzmaßnahmen und forderte einen bundesweiten Stufenplan zur Wiedereinführung des Präsenzunterrichts an Schulen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bedauerte - wie der Deutsche Lehrerverband -, dass die Bundesländer sich nicht auf eine gemeinsame Öffnungsstrategie der Schulen verständigen konnten.

Bund und Länder hatten bei ihren Beratungen am Mittwoch festgehalten, dass die Länder eigenständig über das weitere Vorgehen an Schulen und Kitas entscheiden sollen. Eine ähnliche Vereinbarung hatten sie auch schon im Frühjahr nach der ersten Corona-Welle getroffen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Februar 2021 um 11:00 Uhr.